Suhr
FDP-Kandidat Grischa Ruprecht: «Wir müssen die Einnahmen ohne Steuererhöhung steigern»

Acht Männer und Frauen wollen in den Suhrer Gemeinderat gewählt werden. Die AZ stellt sie mit einem standardisierten Fragebogen vor. Heute: Grischa Ruprecht (FDP).

Daniel Vizentini
Drucken
Teilen
Der 21-jährige FDPler Grischa Ruprecht probiert auf Anhieb die Wahl in den Suhrer Gemeinderat.

Der 21-jährige FDPler Grischa Ruprecht probiert auf Anhieb die Wahl in den Suhrer Gemeinderat.

Zur Verfügung gestellt

Was stört Sie an Suhr?

Für Vandalismus habe ich generell wenig Verständnis. Leider kommt dies auch in Suhr vor. Beispielsweise werden Bushaltestellen verunstaltet und mutwillig beschädigt.

Wie lange halten Sie es ohne Handy aus – und wann tun Sie es?

Als Teil der Generation Z ist das Smartphone mein ständiger Begleiter. Das, was früher Fotoapparat, Notizbüchlein, Briefpost und Telefonkabine waren, ist heute das Smartphone. Sofern ich es nicht als Arbeitsgerät verwende, kann ich eigentlich beliebig lange ohne Smartphone sein. Insbesondere beim Wandern verstaue ich es bewusst ausgeschaltet im Rucksack und geniesse die non-digitalen Momente.

Warum sind Sie Politiker geworden?

Meiner Meinung nach sollen Politiker sich Anliegen anhören und verstehen, kanalisieren und dann mehrheitsfähige, rechtlich und sozial korrekte Lösungen finden. Seit meinen ersten gemeinnützigen Engagements vor rund sechs Jahren sind das Attribute, die ich weiterentwickeln konnte. Gekoppelt mit der Freude, mein Können einzubringen, war die Politik die logische Konsequenz.

Mit seiner Kandidatur sorgte er für eine Überraschung

Grischa Ruprecht (21) studiert Elektrotechnik und Informationstechnologie an der ETH Zürich. Der Gründer und Präsident des Basketballklubs BSC Suhr trat 2018 den Jungfreisinnigen bei und letztes Jahr der FDP. Er gehört dem Parteiflügel an, der das Fusionsprojekt Zukunftsraum Aarau unterstützt hatte.

Warum ist Andreas Glarner ein guter Politiker?

Ich werte Menschen nicht, bevor ich sie nicht persönlich kennen gelernt oder mich intensiv mit ihnen auseinandergesetzt habe. Beides ist bei Andreas Glarner nicht der Fall.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben?

Für (noch) nicht optimierte Prozesse. Fehler passieren, aber sie müssen da abgefangen werden, wo sie noch nicht ins Geld gehen. Ausserdem haben wir teilweise hohe, ungeplante Ausgaben aufgrund von Kreditüberschreitungen. So könnte beispielsweise mit Anreizen für Architekten oder Planer gearbeitet werden, damit man im Budget bleibt. Dadurch lassen sich Mehrkosten reduzieren. Ausserdem gilt zu beachten, dass «zu viel» immer relativ zur aktuellen finanziellen Situation und deren absehbaren Entwicklung steht.

Wenn Sie einfach so könnten: Wofür würden Sie zehn Millionen Steuerfranken ausgeben?

Für ein sinnvolles Projekt, das in der langfristigen Planung seit Jahren hinausgeschoben wurde, weil es nicht höchste Priorität genoss.

Trauern Sie dem Fusionsprojekt Zukunftsraum nach?

Albert Einstein sagte einmal: «Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.» Das politische Geschäft rund um den Zukunftsraum war ein Sachgeschäft. Sowohl Befürworter wie Gegner einer Fusion versuchten, die Bevölkerung mit ihren Argumenten zu überzeugen, und die Stimmberechtigten haben entschieden. So funktioniert Demokratie. Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen.

Finden Sie es richtig, dass für die Umfahrung von Suhr (Projekt Veras) über 200 Millionen Franken ausgegeben werden sollen? Ist das Suhrer Verkehrsproblem so zu lösen?

Je mehr im Wynental gebaut wird, desto mehr Verkehr haben wir in Suhr. Während die WSB mit längeren Zugkompositionen und verdichtetem Fahrplan reagieren kann, wurde im Autoverkehr lange wenig gemacht. Das Projekt Veras wurde vom Kanton als beste Lösung auserkoren. Auf diese Analyse müssen wir vertrauen. So wird unser Dorf vom Durchgangsverkehr entlastet und es bleibt hauptsächlich der Quellverkehr.

Warum könnten Sie sich vorstellen, im Quartier Frohdörfli zu wohnen? Finden Sie das Quartier scheusslich oder schön?

Ich bin hocherfreut über die Entwicklung des Quartiers Frohdörfli. Da ich gerne vielversprechende Veränderungen hautnah miterlebe, könnte ich mir vorstellen, in diesem Quartier zu wohnen.

Wie sieht die Zukunft von Suhr aus für Sie?

Die Zukunft von Suhr sehe ich grundsätzlich positiv, falls wir es fertigbringen, die Einnahmen ohne Steuererhöhung im Gleichschritt mit dem Bevölkerungszuwachs zu steigern.

Was finden Sie attraktiv an sich?

Die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Dabei geht es darum, sein Handeln in regelmässigen Abständen zu reflektieren, Verbesserungsmöglichkeiten und allfällige Fehler zu erkennen und Lehren daraus zu ziehen.

Aktuelle Nachrichten