Suhr
Die Gemeindefinanzen werden stabil: Budget 2022 nur mit leichtem Minus

Dank Bevölkerungszuwachs steigen die Steuererträge. Trotz einiger Bauprojekte schlägt der Gemeinderat ein Budget 2022 mit 152'000 Franken operativem Minus – viel weniger als zuletzt. Der Steuerfuss soll bei 112 Prozent bleiben.

Daniel Vizentini
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Suhr wächst: Neuzuzüger führen langsam zu einer spürbaren Erhöhung der Steuererträge.

Suhr wächst: Neuzuzüger führen langsam zu einer spürbaren Erhöhung der Steuererträge.

Daniel Vizentini (26.8.2021)

Nach dem massiven Minus von über 3 Millionen Franken im letzten Jahr beruhigt sich die Finanzlage in Suhr wieder. An der Gemeindeversammlung vom 25. November wird ein Budget 2022 mit nur noch 152'000 Franken Minus vorgelegt, mit Steuerfuss von weiterhin 112 Prozent.

Erfreulich: Das Finanzjahr 2021 wird laut Hochrechnungen besser abschliessen als erwartet. Dies dank mehr Steuererträgen von natürlichen Personen – Suhr wächst – und dank mehr Grundstückgewinnsteuern «durch Verkäufe im Gebiet Bahnhof Nord». Für 2022 sind im diesem Bereich gar 650'000 Franken mehr als 2021 budgetiert. Auch erfreulich: Dank den neuen LED-Strassenlampen spart Suhr jährlich ungefähr 13'000 Franken Stromkosten, erfährt man in der detaillierten Budgetvorlage unter anderem.

Fürs Jugendfest 2022 sind 55'000 Franken eingetragen, dafür entfallen 17'000 Franken fürs Kulturfest, das dann nicht ausgetragen wird. Der Bereich Tiefbau und die Regionalpolizei werden um je eine Stelle aufgestockt. Es soll ein Geschwindigkeitsmessgerät für rund 30'000 Franken gekauft werden. Im Budget 2022 sind wohl deshalb bereits 100'000 Franken mehr Bussenerträge einberechnet.

Welche Bauprojekte stehen in Suhr an?

Die Investitionsplanung der Gemeinde gewährt Einblick in künftige Bauprojekte und deren geschätzten Kosten: Für die Sanierung vom Schulhaus Ost sind 8,41 Millionen Franken bis 2023 eingetragen. Die Traglufthalle über der Badi ist für 2022 vorgesehen, mit 450'000 Franken Anteil von Suhr. Schwimmbecken und Technik sollen ab 2025 saniert werden, Suhr würde rund 360'000 Franken zahlen.

Die nächsten Jahre werden geprägt sein von Millionenausgaben für Strassen und Schulbauten: Fürs Renovieren der alten Turnhalle sind für 2027 0,8 Millionen Franken vorgesehen. Die Sanierung der Bezirksschule könnte ab 2030 10 Millionen Franken kosten.

Für die Ost- und Südumfahrung (Projekt Veras) sind von 2022 bis 2029 9,5 Millionen Franken Gemeindeanteil geplant. Für die Neugestaltung der Tramstrasse sind bis 2028 jährlich stückenweise Beiträge von je bis zu 1,1 Million Franken eingetragen.

Der Bahnhofplatz in Suhr soll in eine Begegnungszone mit Bäumen verwandelt werden.

Der Bahnhofplatz in Suhr soll in eine Begegnungszone mit Bäumen verwandelt werden.

Visualisierung: Zur Verfügung gestellt

Die Neugestaltung des Bahnhofplatzes (2023), die Begegnungszonen beim Kindergarten Schützenweg (2022) und der Anna-Heer-Strasse (2023) werden teilweise oder gar ganz durch Mehrwertabgaben der anliegenden Neuüberbauungen finanziert.

Die Hintere Bahnhofstrasse und der Postweg sollen ab 2030 eine neue Erschliessung erhalten für zusammen über 2 Millionen Franken. Für die Sanierung des Galeggenwegs ab 2023 sind 700'000 Franken eingetragen.

200'000 Franken für Räumliches Entwicklungsleitbild

Wie bereits am Infoforum Ende August angekündigt, will der Gemeinderat ein Räumliches Entwicklungsleitbild (REL) erstellen lassen, als letzter Baustein vor der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung, die für 2024 angedacht ist. Gesamtplan Verkehr (KGV), Freiraum-, Hochhaus- oder Landschaftskonzept wurden bereits erstellt.

Beim REL geht grob es um die Frage, wo in Suhr wie viel gebaut werden soll und wo lieber nicht. Die Gemeindeversammlung wird über einen Kredit von 200'000 Franken als Kostendach dafür befinden.

Löhne im Gemeinderat und in den Kommissionen bleiben praktisch gleich, die Pensen werden erhöht

Weil der Gemeinderat ab 2022 viele Aufgaben der abgeschafften Schulpflege übernimmt, soll das Gesamtpensum von 165 auf 180 Prozent erhöht werden. Diese sollen je nach Arbeitsaufwand flexibel auf die Ratsmitglieder aufgeteilt werden können.

Nach Plan wird die künftige Gemeindepräsidentin Carmen Suter bei 60 Prozent 113'500 Franken im Jahr erhalten, Vize Thomas Baumann 51'300 bei 30 Prozent, die anderen drei Gemeinderäte 45'000 bei auch 30 Prozent. Die Stundenansätze für Zusatzarbeiten wurden von 94 auf 46 Franken gesenkt.

Das Präsidium der Finanzkommission soll weiterhin 6200 Franken erhalten, die anderen Mitglieder je nach Funktion 2500 bis 4300 Franken. Bei beratenden Gremien wie die Energie- oder Steuerkommission gibt es Sitzungsgeld von 70 bis 140 Franken. Im Dorfmagazin «Suhr Plus» legt auch Kommunikationsverantwortlicher Pascal Nater seinen Lohn offen: Bei 40 Prozent Pensum verdient er jährlich 36 400 Franken.

Keine Abgangsentschädigung für Marco Genoni

Neu ist die Entschädigung bei Nichtwiederwahl in den Gemeinderat geregelt: Wird eine versuchte Wahl verpasst, gibt es als Übergangslösung 50 Prozent des Lohns ausbezahlt, je nach vorgängiger Amtsdauer während 3 bis 6 Monate, bis ein neuer Job gefunden ist.

Bei Pensionierung entfällt dieser Anspruch und auch bei freiwilligem Austritt oder Nichtwiederantreten. Gemeindepräsident Marco Genoni, der Ende Jahr aufhört, wird also keine Abgangsentschädigung erhalten.

Gemeindeversammlung Suhr am 25. November, 19.30 Uhr, im Zentrum Bärenmatte

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