Suhr
David Hämmerli, Kandidat der IG Pro Suhr: «Es gibt weiterhin einen Zukunftsraum – in Form von Kooperationen»

Acht Männer und Frauen wollen in den Suhrer Gemeinderat gewählt werden. Die AZ stellt sie mit einem standardisierten Fragebogen vor. Heute: David Hämmerli (IG Pro Suhr).

Daniel Vizentini
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Wirtschaftsprüfer David Hämmerli (36) will seine Erfahrung mit Finanzen künftig auch im Suhrer Gemeinderat einsetzen.

Wirtschaftsprüfer David Hämmerli (36) will seine Erfahrung mit Finanzen künftig auch im Suhrer Gemeinderat einsetzen.

Daniel Vizentini

Was stört Sie an Suhr?

Seit einigen Jahren entstehen im Dorf viele grosse Überbauungen, mit dieser Entwicklung müssen wir lernen umzugehen. Ich wünsche mir deshalb von allen Betroffenen mehr Mut und Innovation, um diese Entwicklung positiv zu nutzen. Von der Politik wünsche ich mir mehr Transparenz, Fokussierung auf das Wesentliche und einen stärkeren Einbezug der Bevölkerung bei der langfristigen Gestaltung von Suhr.

Wie lange halten Sie es ohne Handy aus – und wann tun Sie es?

Während des Lesens einer Zeitung oder Buches, eines Essens mit Freunden, einer gepflegten Unterhaltung, beim Wandern oder auf einem Klettersteig in den Bergen lasse ich den Bildschirm nur in konkreten Fällen aufleuchten. Ich muss gestehen, in gewissen Situationen erfordert es Selbstdisziplin.

Warum sind Sie Politiker geworden?

Ich habe das Gefühl, dass die Gemeindeversammlung in Suhr von der Politik dazu reduziert wurde, Budgets und Projekte durchzuwinken. Es ist unabdingbar, dass wieder alle Fakten präsentiert und die Transparenz erhöht wird. Deshalb möchte ich mehrheitsfähige, nachhaltige Lösungen für Suhr erarbeiten, und zwar partei- und bündnisübergreifend. Dazu gehört, dass ich meine persönliche und berufliche Erfahrung einbringe.

Die IG vertraut auf ihn

David Hämmerli (36) arbeitet als Wirtschaftsprüfer und analysiert dabei unter anderem die Finanzen von Gemeinden. Der IG Pro Suhr trat er dieses Jahr bei und er kandidiert erstmals für ein politisches Amt. Er ist verheiratet mit Margot und hat zwei Kinder.

Warum ist Andreas Glarner ein guter Politiker?

Offenheit gegenüber Andersdenkenden, sachliche Argumentation, saubere Vorbereitung der Projekte, Transparenz und Integrität sowie sich und seinen Werten treu bleiben sind meiner Meinung wichtige Eigenschaften eines guten Politikers. Ob dies auf Herr Glarner zutrifft, überlasse ich den Leserinnen und Lesern.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben?

Ich denke, es gehört nicht zu den primären Aufgaben einer Gemeinde, Angebote des Zusammenlebens in den Quartieren zu organisieren. Die Anregung der Dorfgemeinschaft mit anfänglichen Impulsen mag sinnvoll sein, wichtiger jedoch ist, bei der Realisierung von Projekten Hand zu bieten. Privat initiierte Initiativen sind nachhaltiger und wirken länger. Ein Fonds zur Förderung innovativer Projekte wäre meiner Meinung eine sinnvollere Lösung.

Wenn Sie einfach so könnten: Wofür würden Sie zehn Millionen Steuerfranken ausgeben?

Stabile Finanzen sind mir in der aktuellen Situation wichtiger als die Realisierung idealistischer Projekte. Wir sollten aus den vorhandenen Mitteln das Beste herausholen, denn Bürgerinnen und Bürgern sind keine Investoren, die mit günstigem Fremdkapital eine Hebelwirkung auf der Kapitalrendite erzielen sollten. Trotzdem können wir die Vision verfolgen, einen urbanen Lebensraum zu schaffen, in dem Wohn- und Erholungsraum nahe beieinander liegen, eine starke Schule Kinder fördert und Eltern entlastet, die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse berücksichtigt und Projekte ökologisch und ökonomisch nachhaltig realisiert werden.

Trauern Sie dem Fusionsprojekt Zukunftsraum nach?

Es wäre zu einseitig, den Zukunftsraum nur auf eine Grossfusion zu reduzieren. Es gibt weiterhin einen Zukunftsraum in Form von Kooperationen. Es ist wichtig, nach vorne zu blicken, die Erkenntnisse aus den teuer bezahlten Analysen auszuwerten und zu prüfen, welche Synergien sinnvoll und zeitnah umgesetzt werden können.

Finden Sie es richtig, dass für die Umfahrung von Suhr (Projekt Veras) über 200 Millionen Franken ausgegeben werden sollen? Ist das Suhrer Verkehrsproblem so zu lösen?

Mit steigenden Einwohnerzahlen in und um Suhr wird die Mobilität die Menschen auch in Zukunft stark beschäftigen. Die bestehenden örtlichen Gegebenheiten bieten allerdings nicht unzählige Möglichkeiten. Es braucht langfristige Lösungen, deshalb wird eine Umfahrung und die damit verbundene Reduktion des Verkehrs durch unser Dorf die Wohnqualität für die Mehrheit der Bevölkerung verbessern. Das Projekt ist ein Puzzleteil der Lösung. Natürlich ist gegen eine günstigere, gleich gute Lösung nichts einzuwenden.

Warum könnten Sie sich vorstellen, im Quartier Frohdörfli zu wohnen? Finden Sie das Quartier scheusslich oder schön?

Das Quartier Frohdörfli, wie auch die Buhalde, befinden sich in Gehdistanz zum Wald und der Natur. Innert Minuten erreichen wir von dort aus den Bahnhof und die Wohnungen sind dennoch bezahlbar. Ich sehe in Zukunft eine Herausforderung in der Vernetzung der einzelnen Dorfregionen, um eine Einheit zwischen den Quartieren zu schaffen.

Was finden Sie attraktiv an sich?

Meine positive Lebenseinstellung.

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