Suhr
Das letzte Dorfschreiberjahr ist zu Ende, die Feier läuft am Samstag

Es ist ein Jubiläum und gleichzeitig auch der Abschluss eines langen Kulturprojekts: Nach zehn Jahren endet das Amt der Suhrer Dorfschreiberin mit einem Frühlingsfest samt Setzlingsmarkt, Bastelrunde für Kinder und Geigenkonzert.

Daniel Vizentini
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Eli Wilhelm war die nun letzte Dorfschreiberin von Suhr.

Eli Wilhelm war die nun letzte Dorfschreiberin von Suhr.

Bild: zvg

Als die Suhrer Kulturkommission vor zehn Jahren das Amt des Dorfschreibers gründete, waren Eli Wilhelm und Andreas Neeser diejenigen, die das Projekt vorantrieben. Er wurde 2011 der erste Dorfschreiber und sie 2020 nun schliesslich die letzte.

Morgen Samstag, 8. Mai, endet ihre Amtszeit mit einem Frühlingsfest, das gleichzeitig auch Jubiläums- und Abschlussfeier des Projekts ist. In den letzten zehn Jahren dokumentierten die Dorfschreiberinnen das Leben der Gemeinde aus ungewöhnlichen Blickwinkeln und stets mit den künstlerischen Mitteln, die der oder dem Dorfschreiber am nächsten lagen.

2012 war Illustratorin Kati Rickenbach Dorfschreiberin, 2013 die Gruppe des Theater Marie. 2014 brachten die 16-jährigen Ursina Mühlethaler und Severin Obrist die Sicht der Jugendliche ein. 2015 war Fotograf Jiří Vurma an der Reihe, 2016 Musiker und Künstler Renata Friederich und Rolf Lenzin. 2017 schrieb Architektin Petri Zimmermann über ihre Beobachtungen in Suhr, 2018 degustierte und illustrierte Gabi Kopp Suhrer Rezepte und 2019 machte sich Journalist, Kabarettist und Audiospezialist Pascal Nater mit seinem Mikrofon auf die Suche nach Suhrer Geschichten und Geräuschen.

Die schreibende Begleiterin des Suhrer Dorflebens

Zum Abschluss begann Kulturvermittlerin Eli Wilhelm letztes Jahr damit, die Suhrer Gärten zu besuchen und die Menschen dahinter zu porträtieren. Herauszufinden, warum sie ihre Gärten so gestalten und was alles dahintersteckt, habe ihr grossen Spass gemacht, wie sie erzählt. «Diese schreibende Begleitung vom Dorfleben war superspannend.»

In Suhr verbergen sich hinter den Häusern teils regelrechte Schätze: Von einem Garten, der aussieht, als stünde er gerade in Italien, bis zu Gärten, die von den Nachbarn gemeinsam gepflegt werden, da sie nicht mit Zäunen abgetrennt sind. Dazu hat ihr Jahr als Dorfschreiberin gerade bestens zur Coronazeit gepasst. «Die Lust am Gärtnern ist letztes Jahr riesig geworden», sagt sie.

Fasziniert haben Eli Wilhelm die naturnahen, mit einheimischen Pflanzen bestückten Gemüsegärten. Passend dazu gibt es beim Abschiedsfest in ihrem Garten einen «insektenfreundlichen Setzlingsmarkt», unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Natur- und Vogelschutzverein. Angeboten werden auch Gemüse-, Kräuter- und Blumensetzlinge. Um 17 Uhr spielen Violinistin Lisa Öberg und Bratschist Edmund Riddle Stücke von Mozart, Bartók und Volksmusik aus verschiedenen Ländern.

Ein Nachfolgeprojekt wird noch erarbeitet

Laut Ruth Huggenberger, Präsidentin der Kulturkommission Suhr, wurde das Amt des Dorfschreibers aufgehoben, damit ein neues Projekt mit neuen Ideen entstehen kann. Die 4000 Franken, die als Jahreslohn ausbezahlt wurden, bleiben im Budget für künftige Kulturprojekte erhalten.

Frühlingsfest
Samstag, 8. Mai, ab 14 Uhr an der Bachstrasse 64 in Suhr (Wilhelm Geigenbau)