Aarau

Submissionsklage rückt Aarenau-Baufeld in Dornröschenschlaf

Das Grün spriesst, der Mohn blüht – sonst tut sich nichts auf dem Baufeld 2 (rechts das historische Schützenhaus).

Das Grün spriesst, der Mohn blüht – sonst tut sich nichts auf dem Baufeld 2 (rechts das historische Schützenhaus).

Jetzt ist es offiziell: Die Submissionsklage, die das Wohnbauprojekt der Ortsbürger auf Baufeld 2 in einen tiefen Schlaf entrückt hat, führt zu massiven Verzögerungen.

Die Bauarbeiten in der Aarenau hinter und neben dem Schützenhaus im Aarauer Scheibenschachen ruhen seit Monaten. Grund ist eine Submissionsbeschwerde gegen die Vergabe der Baumeisterarbeiten, wie sie vom Stadtrat am 20. Februar beschlossen wurde. «Das Geschäft liegt im Moment beim aargauischen Verwaltungsgericht», erklärte Stadtpräsidentin Jolanda Urech an der Sommer-Gmeind der Aarauer Ortsbürger im Roggenhausen. Mit einem Entscheid könne man frühestens «Mitte Juli rechnen». So oder so werde die Beschwerde «zu massiven Zeitverzögerungen führen», sagte Urech in ihrer Information zum Stand der Dinge.

Bezug nicht vor April 2019

Am 18. Januar startete das Vorhaben der Ortsbürgergemeinde Aarau für drei Mehrfamilienhäuser im westlichen Bereich der Aarenau. Die Ausschreibungen mussten bei diesem Volumen zu 80 Prozent nach dem Submissionsrecht von GATT und WTO erfolgen. «Erfreulicherweise konnten wir feststellen, dass im Baumeisterbereich bei grossen Neubauprojekten aktuell ein Preiskampf herrscht, sodass diese Arbeiten deutlich unter dem Kostenvoranschlag vergeben werden konnten», resümierte die Stadtpräsidentin. Allerdings hat dann aber einer der unterlegenen Offertsteller den Entscheid des Stadtrates nicht respektiert und angefochten. Mit dem Effekt, dass der Terminplan durcheinandergeraten ist. «Erste Hochrechnungen», so Jolanda Urech, hätten ergeben, dass die Mehrfamilienhäuser «im besten Fall nicht bereits im vierten Quartal des kommenden Jahres, sondern erst Anfang April 2019 bezogen werden können.»

Schützenhaus mitbetroffen

Die Submissionsbeschwerde hat auch Auswirkungen auf den Umbau des historischen Schützenhauses zu einem Quartierbistro im Scheibenschachen, da die gemeinsame Bauinstallation Teil des bestrittenen Baumeisterauftrages der benachbarten Wohnhäuser ist. Immerhin konnte die Pacht des Restaurants bereits ausgeschrieben werden, «je nach Verlauf des Beschwerdeverfahrens hoffen wir auf eine Fertigstellung frühestens im Sommer 2018», dämpfte Urech die Erwartungen.

Besser sieht es beim zweiten grossen Vorhaben der Aarauer Ortsbürgergemeinde, beim Bau des neuen Milchviehstalls im Binzenhof, aus. Die modernen Silos stehen bereits, das Vieh sollte Ende September wieder auf den Hof zurückkehren, die offizielle Eröffnung ist auf das letzte Wochenende im Oktober terminiert, an dem die Bevölkerung mit zwei Tagen der offenen Stalltüren das Werk besichtigen kann.

Diskussionslos und einstimmig genehmigten die 170 Anwesenden (von total 1769 Ortsbürgern) die Jahresrechnung 2016 und einen Kredit über 200 000 Franken für das Rekultivierungsprojekt im Bereich der ehemaligen Schiessanlagen im Schachen. Nach 50 Minuten konnte die Versammlung bereits zum gemütlichen Teil mit einem Imbiss und einem Schoppen Ortsbürger-Wein übergehen. Ob das auch in Zukunft gewährleistet sein wird, ist nicht sicher. Denn laut der Stadtpräsidentin war der ortsbürgerliche Rebberg in Herznach von den Frosttagen im April stark betroffen, und zwar mit einem Ernteausfall von rund 50 Prozent und einem Schaden von «mehreren zehntausend Franken».

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