Aarau
Sturzopfer fordert die Abschaffung der Stolperschwelle am Bahnhof

Der Petitionär Fred von Allmen hat auf petitio.ch eine Petition ins Leben gerufen, die eine Abschaffung der Stolperfalle fordert.

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Die Schwelle ist nur wenige Zentimeter hoch. Das macht sie tückisch.

Die Schwelle ist nur wenige Zentimeter hoch. Das macht sie tückisch.

Aargauer Zeitung

Schon vor vier Jahren gab die drei Zentimeter hohe Blindenschwelle auf dem neuen Aarauer Bahnhofsplatz zu reden. Nach zahlreichen Stolperern mit teilweise gravierenden Verletzungen entschärfte die Stadt das Hindernis durch eine optische weisse Linie. Das Problem schien gelöst. Doch nun wurde auf petitio.ch eine Petition ins Leben gerufen, die eine Abschaffung der Stolperfalle fordert. Der Petitionär Fred von Allmen (71) aus Rombach ist direkt betroffen. Seine 94-jährige Schwiegermutter stürzte erst vor kurzem über die Schwelle, brach sich dabei die Hand und fiel auf den Kopf. Die Platzwunde auf der Stirn wurde in der Notfallpraxis des Kantonsspitals Aarau (KSA) am Bahnhof mit vier Stichen genäht.

Von Allmen ist sich sicher, dass seine Schwiegermutter kein Einzelfall ist. Ein KSA-Mitarbeiter hätte ihm gesagt, dass dies nur der neuste in einer langen Reihe von Unfällen sei. Die offizielle Stellungnahme des KSA tönt anders. «Unseren Mitarbeitern auf der Notfallstation sind momentan keine weiteren Fälle bekannt. Wenn die Verletzungen durch die Schwelle wieder zugenommen hätten, wüssten wir das», sagt KSA-Mediensprecherin Andrea Rüegg.

Auch dem Leiter Tiefbau der Stadt Aarau Thomas Pfister sind seit längerer Zeit keine Fälle bekannt. «Ich kann es nachvollziehen, dass Herr von Allmen sich aufregt. Aber die Blindenschwelle ist eine Auflage aus dem Behindertengleichstellungsgesetz und hat eine klare Funktion. Sie trennt Fussgängerbereich und befahrbaren Bereich. Durch die weisse Linie konnten wir das Problem entschärfen», sagt Pfister. Einzelfall oder immer noch ein Problem für viele? Der Anklang der Petition wird es zeigen. (JAW)

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