Verkehr
Strassenbau: Wo es 2017 vorwärtsgeht

Der Kanton investiert 180 Millionen in seine Strassen – zum Beispiel in Boniswil, Erlinsbach und Kölliken.

Nadja Rohner
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Wir zeigen Ihnen, wo im Aargau 2017 gebaut wird. (Symbolbild)

Wir zeigen Ihnen, wo im Aargau 2017 gebaut wird. (Symbolbild)

Keystone

Der Kanton misst der Ostumfahrung Suhr hohe Priorität zu. Das geht aus einer Medienmitteilung hervor, mit der das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) über das Strassenbauprogramm 2017 orientierte. Allerdings ist die Ostumfahrung noch meilenweit von der Bauphase entfernt – es gilt vorerst, die Projektierung voranzutreiben.

Aber auch ohne dieses Jahrhundertprojekt kann im Aargau im laufenden Jahr fleissig gebaut werden: 180 Millionen Franken investiert der Kanton insgesamt. Da und dort wird es deshalb zu Verkehrsbehinderungen kommen. Eine grössere Baustelle entsteht in Boniswil: Hier wird bald der Abschnitt Süd der Seetalstrasse in Angriff genommen. Dies hatte das BVU schon vor einem Jahr verkündet, wegen Verzögerungen bei den Landerwerbsverhandlungen musste das Projekt aber auf 2017 verschoben werden. Bei der Gemeinde ist zu erfahren, dass die Verhandlungen in der Endphase sind. Gebaut werden könnte frühestens im März.

In Kölliken soll im Laufe des Jahres der neue Kreisel auf dem Knoten Hardstrasse/Köllikerstrasse entstehen. Das Projekt kostet zwei Millionen Franken. Im ganzen Kanton werden ausserdem vier Lärmschutzwand-Projekte umgesetzt, eines davon in Suhr (Gränicherstrasse und Reiherweg).

Viele Strassensanierungen geplant

Alle anderen Bauarbeiten an Kantonsstrassen in der Region betreffen laut BVU den «baulichen Werterhalt». In Aarau wird der Belag auf der Entfelderstrasse erneuert. Die Ende letzten Jahres begonnenen Bauarbeiten auf der Bahnhofstrasse Ost dauern an – im Sommer 2017 wird es dort zeitweise nur noch eine Fahrspur geben.

Der Saalhofstrasse in Erlinsbach AG steht eine Belagserneuerung bevor, ebenso der Hendschikerstrasse/Lenzburgerstrasse in Ammerswil. Saniert werden auch die Hauptstrasse durch Holderbank und ein Teil der Hauptachse im Wynental, nämlich auf der Strecke zwischen Leimbach und Zetzwil.

In Rupperswil wird die Aaretalstrasse (Verlängerung des Autobahnzubringers T5 Richtung Wildegg) saniert. Bereits ab Ende Januar ist ausserdem die Brücke zwischen Rupperswil und Auenstein gesperrt, weil sie ersetzt werden muss. Gleichzeitig wird der Belag der Verbindungstrasse (Aarauerstrasse) erneuert.

Die Strasse durchs Ruedertal erhält im Bereich Rehag (Gemeinde Schmiedrued) einen neuen Belag. In Schöftland gibt es zwei Belagssanierungen: Eine betrifft die Strasse Richtung Holziken, die andere das Strassenstück ausgangs Dorf Richtung Böhler bis zur ersten Haarnadelkurve.

Bahnübergänge verschwinden

Ein paar der Bauarbeiten haben mit dem öffentlichen Verkehr zu tun. In Möriken steht die Bushaltestelle Bösenrain auf der Pendenzenliste des Kantons. Im Wynental sind mehrere Bahnübergänge der Wynental-Suhrental-Bahn betroffen. Konkret werden in Oberkulm die beiden Übergänge Post und Kreuzbüntenstrasse saniert.

In Unterkulm kann der Kanton mehrere unbewachte Bahnübergänge gleich ganz aufheben. Dies, weil die neue Überbauung «im Dorf» rückwärtig erschlossen wird. Da die unbewachten Bahnübergänge im Zuge des Eigentrassierungsprojekts WSB bis im Jahr 2020 sowieso geschlossen werden müssen, beteiligen sich Bahnbetreiber und Kanton sogar an den Erschliessungskosten.

Hier harzt es noch

Gerne hätte das BVU wohl auch verkündet, dass die Arbeiten für den «Pont neuf» in Aarau losgehen können. Denn eigentlich war der Baustart für 2017 geplant. Nun hofft man, wenigstens das Genehmigungsverfahren bis Ende Jahr abschliessen zu können. Noch sind Einsprachen hängig. Zudem hat der Kanton beim Bund erneut einen Zustupf aus dem Agglomerationsprogramm «AareLand» für das Brückenprojekt gefordert, nachdem ein früherer Antrag abgelehnt worden war. Im Laufe des Jahres 2018 wird entschieden, ob der «Pont neuf» dieses Mal berücksichtigt wird. Wenn ja, müsste im Jahr 2019 mit dem Bau begonnen werden.

Der Kanton plant für 2017 auch den Abschluss der Genehmigungsverfahren für den A1-Zubringer Lenzburg und den Umbau des Knotens Bären-Kreuz in Suhr. Dieses 14-Millionen-Projekt soll eine Verflüssigung des Verkehrs durch das Nadelöhr Suhr bewirken. Der Beginn der effektiven Bauarbeiten ist für Ende 2017 oder Anfang 2018 geplant. Die Ampelanlage beim Rundhaus wird durch einen Kreisel ersetzt, die Zufahrten zum Knoten Bären von Aarau und Buchs/Hunzenschwil her werden auf zwei Spuren ausgebaut.