Aarau
Stollenwerkstatt heisst bald «Trinamo»

Drei Jubiläen, zwei Umzüge und zwei Umbauten – so viel Anlass zum Feiern ist selten. Die Mitglieder der sozialen Aargauer Institutionen Stollenwerkstatt, Stiftung Pegasus und die Storchenstrasse in Möhlin stiessen in der Aarauer Telli darauf an.

Sabine Kuster
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Aargauer Zeitung

Drei Jubiläen, zwei Umzüge und zwei Umbauten – so viel Anlass zum Feiern ist selten. Die Mitglieder der sozialen Aargauer Institutionen Stollenwerkstatt, Stiftung Pegasus und die Storchenstrasse in Möhlin stiessen gestern in der Aarauer Telli darauf an.

Seit 20 Jahren gibt es die Stollenwerkstatt Aarau schon: 1991 begann die Erfolgsgeschichte über einem Topf mit flüssigem Wachs im Keller des katholischen Pfarrhauses. Das Kerzenziehatelier für Drogenabhängige und Arbeitslose wurde nach den angrenzenden Meyerschen Stollen «Stollenwerkstatt» getauft.

Der Verein Storchenstrasse in Möhlin wurde vor 15 Jahren gegründet – es ist ein Beschäftigungsprogramm für Arbeitslose und Schulabgänger. Die Stiftung Pegasus mit ihren geschützten Arbeitsplätzen feiert ihrerseits dieses Jahr das 10-Jahr-Jubiläum. Auch das Restaurant Roter Turm in Baden gehört dazu.

Nun fusionieren sie offiziell

Alle drei Institutionen haben seit 2007 denselben Geschäftsführer. Nun schliessen sie sich ab 2012 offiziell zu einer einzigen Firma mit 130 Mitarbeitern und 600 Betreuten zusammen. «Trinamo» soll sie heissen – der Name stammt von einer Werbeagentur, nachdem interne Vorschläge wie «PeSto» doch nicht ganz genügt hätten, wie Geschäftsführer Reto Schaffer gestern mit einem Augenzwinkern erzählte.

Die verschiedenen Einrichtungen zur Eingliederung von arbeitslosen Jugendlichen, Invaliden, Sozialhilfeempfängern oder Asylbewerbern ins Arbeitsleben werden an den bestehenden Standorten in Aarau, Wohlen, Baden, Wettingen und Möhlin bleiben.

Zur gestrigen Feier am Standort der Stollenwerkstatt an der Wässermattstrasse waren unter den rund hundert Gästen auch Otto Wertli, der Präsident des Vereins Stollenwerkstatt Aarau, und Susanne Hochuli. Die Regierungsrätin war aus terminlichen Gründen glücklich darüber, dass die Jubiläen, Umzüge und Umbauten an einem einzigen Abend gefeiert wurden. Sie rief dazu auf, gegen das unterschwellige Misstrauen vieler Bürger gegenüber sozialen Unternehmen anzukämpfen, und forderte eine Sozialpolitik, die nicht nur gut töne, sondern auch gut wirke.

Gute Geschäftslage

Die Häufung der Umzüge und Umbauten ist übrigens Zufall. «Es hat sich so ergeben», sagt Geschäftsführer Reto Schaffer. Das nötige Geld habe man aufbringen können dank Eigenkapital, niedrigen Hypotheken und günstigen Darlehen – unter anderem von der katholischen und der reformierten Kirche.

In Aarau ist ein neuer Anbau der Architekten Moser und Colombo fertig geworden, in dem sich die Bewerbungsdossierwerkstatt, Laden und Empfang befinden. Im ersten Stock wurde die Kantine vergrössert und neue Büroräume entstanden. Weitere Innenrenovationen stehen noch an. Die «Baubörse» auf der gegenüberliegenden Stassenseite soll ein Laden werden, in dem die hausgefertigten Produkte verkauft werden.

In Baden war im letzten Winter das Restaurant Roter Turm umgebaut worden. Gezügelt wurde in Möhlin in ein schöneres Gebäude auf demselben Areal, in Wohlen musste man vor einem Jahr aus den Räumen der Camille Bauer ausziehen an den Gewerbering 25. Die Zentralwäscherei in Wettingen wurde von der Stiftung Pegasus ebenfalls 2010 eröffnet.

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