Die Busbetrieb Aarau AG (BBA) blicke auf ein insgesamt gutes Jahr ohne schwere Unfälle zurück, sagte Verwaltungsratspräsident Peter Forster an der Generalversammlung des Busunternehmens, das ab 2019 – nach der Fusion der WSB und der Bremgarten-Dietikon-Bahn zu Aargau Verkehr und dem Wegfallen der Dachmarke AAR bus + bahn – die Geschäfte in Eigenregie führt.

Letztlich resultierte ein Jahresgewinn von knapp 32 000 Franken. Die Aktionäre genehmigten die Rechnung 2018 und den Antrag des Verwaltungsrates, 95 730 Franken aus dem Bilanzgewinn in Form einer Dividende von 3 Franken pro Aktie auszuschütten. Der Vortrag auf neue Rechnung beträgt gut 240 000 Franken.

Massiv höhere Abschreibungen

Die BBA-Finanzstrukturen dürften weiterhin als solid bezeichnet werden, erklärte der Verwaltungsratspräsident. Mit dem Jahresergebnis zeigte sich Peter Forster zufrieden – dies trotz der Abschreibungen von gut 2,1 Mio. Franken, die um 300 000 Franken über dem Vorjahreswert lagen. Schuld an diesem Schönheitsfehler waren die 13 umweltfreundlichen Hybridbusse, die den BBA, so Peter Forster, «einen turbulenten Geschäftsverlauf» bescherten.

Die 13 Volvo Hybrid 7900 H wurden 2012 und 2013 in Verkehr gesetzt. Und nach Peter Forsters Worten traten bei ihnen «mit der Zeit beträchtliche Mängel» zutage. In Verhandlungen mit Volvo sei es nun aber gelungen, einen vorteilhaften Austausch zu vereinbaren. Wie BBA-Geschäftsführer Peter Baertschiger vor den Aktionären ausführte, dürfte dieser in der zweiten Jahreshälfte erfolgen.

Die neuen Fahrzeuge, erklärte Baertschiger, sähen äusserlich gleich aus wie die alten. Es handle sich aber um eine erheblich verbesserte Version. So sei das Leistungsvermögen der Batterie verdoppelt worden und der Motor entspreche der Euro-Norm 6 für Diesel (vorher Euro-Norm 5).

RVBW musste aushelfen

Auf Anfrage sagt Peter Baertschiger: «Wir gehen davon aus, dass wir mit den neuen Bussen massiv weniger Probleme haben werden als mit den alten.» Bei diesen seien Schäden aufgetreten, die es nach fünf Jahren noch nicht geben sollte. Zum Teil habe es an der Fertigungsqualität, zum Teil an einer falschen Materialwahl gelegen.

Viele «Kinderkrankheiten» seien mittlerweile ausgemerzt worden. Wehgetan habe der BBA, dass die Busse mitunter drei, vier Tage nicht zur Verfügung standen und deswegen zum Teil auch Busse der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) hinzugemietet werden mussten.

Auch Volvo habe nun aber «Federn lassen müssen», sagt Baertschiger. Die Schweden seien bereit die Busse zurückzunehmen und dafür pro Exemplar 110 000 Franken zu bezahlen. Im Gegenzug können sie 13 Fahrzeuge der verbesserten Auflage liefern.

Deren Marktpreis liegt nach Peter Baertschigers Angaben bei rund 410 000 Franken (ohne Mehrwertsteuer). Unter dem Strich kostet einer der neuen Busse damit noch rund 300 000 Franken. Der BBA steht demzufolge eine Investition in der Grössenordnung von rund 4 Mio. Franken ins Haus.

Die Busbetrieb Aarau AG hat letztes Jahr auf ihrem 55 Kilometer langen Streckennetz 8,7 Mio. Fahrgäste befördert, was einer Zunahme um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem neuen Höchstwert entspricht. Die insgesamt 37 Niederflurbusse werden von 103 Chauffeusen und Chauffeuren pilotiert.

Das Aktienkapital der BBA befindet zu 52,6 Prozent in den Händen der Einwohnergemeinde Aarau. Einen Anteil von 30,1 Prozent hält die Knecht Holding AG. Mit 6,9 Prozent beteiligt ist die Gemeinde Küttigen. 10,4 Prozent des Aktienkapitalsentfallen auf weitere Aktionäre. Das vollliberierte Aktienkapital besteht aus 31 910 vinkulierten Namenaktien à 100 Franken.