Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist das grösste Torhüter-Talent im ganzen Land? Mag sein, dass GC's Roman Bürki im Vergleich mit Aaraus Joël Mall die etwas besseren Karten in den Händen hält.

Spricht man Mall auf die Qualitäten seines Konkurrenten an, gerät er jedenfalls ins Schwärmen und sagt: «Roman ist ein guter Fussballer und ein Klassetorhüter.

Vorschau GC gegen Aarau

Vorschau GC gegen Aarau

Er verfügt über starke Reflexe, hat eine gewaltige Sprungkraft und kann die Konzentration während neunzig Minuten hochhalten. Seine körperliche Verfassung ist ausgezeichnet. Roman kann es in seiner Karriere ganz nach oben schaffen.»

Gemeinsame U21-Zeiten

Bürki gibt die Komplimente zurück und hält fest: «Joël ist ein flotter Typ. Er spielt eine Riesensaison und ist massgeblich am Aarauer Erfolg beteiligt. Für seine Grösse ist er sehr schnell am Boden.»

Die beiden Talente kennen sich aus gemeinsamen Zeiten in der Schweizer U21. Bürki war die Nummer eins, Mall die Nummer zwei. Heute Abend werden beide Keeper im Brennpunkt des Geschehens stehen.

Was die statistischen Werte im Fussballjahr 2013 betrifft, so hat Bürki die Nase vorn. Der 22-Jährige kassierte seit 420 Minuten keinen Treffer und zeigte am Sonntag beim 0:0 gegen den FC Basel eine Klasseleistung.

Mall blieb in drei Spielen nach der Winterpause ungeschlagen, musste aber am vergangenen Samstag bei der überraschenden 1:2-Niederlage in Chiasso gleich zweimal hinter sich greifen.

Zwei Penaltykiller

Sollte es im Cup-Viertelfinal im Brügglifeld zu einem Elfmeterschiessen kommen, so müssen sich beide Teams in Acht nehmen.

Bürki gilt als Penaltykiller und hielt im Achtelfinal beim FC Schaffhausen gleich drei Elfmeter.

Malls Bilanz in dieser Saison kann sich ebenfalls sehen lassen. Bei drei Penaltys gegen Vaduz, Winterthur und Lugano kassierte er nur einen Treffer. Mall mag Situationen, in denen es um alles oder nichts geht und sagt: «Der Elfmeter ist die einzige Situation, bei der ein Torhüter nur gewinnen kann.»

Apropos Gewinnen. Den grössten Sieg feierte Mall bis zum heutigen Tag nicht auf, sondern neben dem Spielfeld. Noch vor eineinhalb Jahren hing seine Profilaufbahn an einem dünnen Faden.

Von Juni 2010 bis Oktober 2011 kämpfte der 21-Jährige mit Verletzungspech an beiden Sprunggelenken. Mall ging von einem Arzt zum andern, machte eine Therapie nach der andern. Vergeblich. Seit einigen Monaten kann er wieder schmerzfrei trainieren und spielen. Warum weiss keiner so genau.