Auenstein / Veltheim
Steinbruch in der Oberegg soll mit Tunnel-Aushub gefüllt werden

Jura Cement Wildegg bereitet das Baugesuch für die Rekultivierung des Steinbruchs Oberegg vor. Vorgesehen ist, das riesige Loch mit Aushubmaterial von Tunnelbauten aufzufüllen. Dies ist auch der Wunsch der Standortgemeinden Veltheim und Auenstein.

Hubert Keller
Merken
Drucken
Teilen
Mit dem Kalksteinabbau ist ein riesiges Loch in die Landschaft gerissen worden. Archiv Toni Widmer

Mit dem Kalksteinabbau ist ein riesiges Loch in die Landschaft gerissen worden. Archiv Toni Widmer

Toni Widmer

Das Loch, das mit dem Kalkstein-Abbau in die Oberegg gerissen wurde, ist riesig. Vom bewaldeten Kamm aus fällt die Südwand 30 Meter in die Tiefe. Die Grube bietet ideale Voraussetzungen für eine Rekultivierung mit sauberem Aushub.

Die Jura Cement bereitet denn auch ein entsprechendes Baugesuch samt Umweltverträglichkeitsbericht vor. Wie der Gemeinderat Auenstein mitteilt, erwartet er das Gesuch noch im ersten Halbjahr 2014. «Sobald die Unterlagen ausgearbeitet sind, wird Jura Cement öffentlich über die Details des Projekts informieren», lässt die Gemeinde verlauten.

Rekultivierung mit Aushub

Die aktuell gültige Abbaubewilligung sieht vor, dass der Steinbruch Oberegg der Natur als Refugium überlassen wird. Die beiden Standortgemeinden Auenstein und Veltheim regten jedoch an zu prüfen, ob die Grube mit Aushubmaterial gefüllt werden kann. Diese Idee verfolgte auch EVP-Grossrat Sämi Richner mit einer Interpellation im Februar 2011. Richner, seit vielen Jahren in der Steinbruch-Kommission tätig, fand mit seinen Vorschlägen bei der Regierung offene Ohren. Es fehlt nämlich an Deponieraum für sauberes Aushubmaterial.

Es sind mit einem Zeithorizont von Jahrzehnten mehrere Bahnprojekte geplant, deren Aushub deponiert werden muss: Eppenberg, Bözberg, Wisenberg, Chestenberg, Heitersberg. Die Grube in der Oberegg bietet Platz für acht Millionen Kubikmeter, ein unvorstellbar grosses Volumen.

Gemeindeschreiber Jürg Lanz: «Der Ausbruch des Eppenberg-Tunnels wird das Loch nur ‹bödele›.» In allen Abbruchbewilligungen des Kantons fehlt die Bedingung für eine Auffüllung. Bisher sah das Rekultivierungskonzept für die Oberegg denn auch vor, dass das ganze Gebiet der Natur überlassen wird. An der Sohle der Grube könnten Tümpel und Laichplätze entstehen.

Juratypische Arten könnten sich an den Hängen entwickeln. Offenbar ist man sich im Fall der Oberegg aber einig, dass die Grube aus naturschützerischer Sicht wenig bedeutsam ist. Die Auffüllung wäre aber im Interesse des Landschaftsschutzes.

Wie das Gelände später genutzt wird, muss nicht bereits heute definiert werden. Gemeindeschreiber Jürg Lanz bestätigt dies: «Ein solches Projekt, dessen Realisierung Jahrzehnte dauert, muss sinnvollerweise immer wieder überprüft und neu beurteilt werden.»

Deponie Oberegg liegt ideal

Für die erwähnten Bahnprojekte liegt die Oberegg als Deponieareal ideal. Die Anlieferung könnte grösstenteils per Bahn erfolgen. Auf dem Werksgelände der Jura Cement würde das mit der Bahn und mit Lastwagen angelieferte Material entladen, zwischengelagert und mit Förderbändern in die Oberegg transportiert. Ein Anliegen von Sämi Richner würde damit erfüllt: Die Anwohner würden von Lärm und Staub weitgehend verschont.

Richner hatte zwar vorgeschlagen, dass das Aushubmaterial bis Holderbank transportiert und von dort mit den Transportbändern zur Deponie befördert würde. Er kann sich aber, ohne dass er die aktuellen Pläne bereits hätte studieren können, auch mit dem nun zur Diskussion stehenden Konzept anfreunden: «In logistischer Hinsicht macht das durchaus Sinn.»