Der FC Aarau schafft nach dem 1:0-Sieg gegen Chiasso den Sprung in die Super League. Ohne Schützenhilfe des FC Wohlen wäre der Aufstieg vertagt worden. Stefano Milani macht‘s möglich: Der 22-jährige Tessiner trifft für die Freiämter in Bellinzona mit einem Schuss von der Strafraumgrenze zum 2:2 und leitet mit diesem Tor in der 95. Minute die rauschende Aufstiegsparty mit 3600 FCA-Fans im Brügglifeld ein.

Stefano Milani, wie gross waren die Emotionen nach dem Treffer zum 2:2?
Stefano Milani: Sehr gross. Der Jubel kannte kaum Grenzen. Mein siebtes Saisontor war wohl mein schönstes. Der Schuss aus 16 Metern flog genau in die hohe Torecke. Sekunden später war das Spiel vorbei. Für den FC Wohlen ist dieses 2:2 sehr wichtig. Vor allem für die Moral.

Sie spielten als Junior von der U14 bis zur U18 für die AC Bellinzona: Wurden Sie von den Tessiner Fans nach dem Tor in der 95. Minute ausgepfiffen?
Es gab vereinzelte Pfiffe. Aber ich bin in Bellinzona aufgewachsen und bin und bleibe ein Tessiner. Ob ich nun für Bellinzona oder Wohlen spiele, ist egal: Die Fans mögen mich. Und schliesslich habe ich nur meinen Job gemacht.

Haben Sie gewusst, dass der Treffer zum 2:2 für den FC Aarau im Kampf um den Aufstieg gegen Bellinzona entscheidend ist?
Ja, das habe ich gewusst. Es ist speziell, dass der FC Wohlen ausgerechnet den Aarauern Schützenhilfe leistet. Aber so läuft es nun mal im Fussball. Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Haben Sie Reaktionen und Glückwünsche von Spielern des FC Aarau erhalten?
Dante Senger hat mich angerufen und sich bei mir gedankt. Wir haben zusammen in Locarno gespielt. Das war eine wunderschöne Zeit. Senger ist ein guter Typ. Ich freue mich für ihn und für den FC Aarau.

Nun kommt es am nächsten Sonntag zum Derby FC Aarau - FC Wohlen? Erwarten Sie vom FC Aarau ein Geschenk?
Nein, nein. Oder vielleicht doch? Vielleicht bekomme ich ja einen Blumenstrauss. Viel wichtiger als ein Präsent wäre für mich aber endlich ein Derbysieg. In den bisherigen Spielen gegen Aarau gab es in dieser Saison drei Niederlagen. Vielleicht klappt es ja am Sonntag.

Spielen Sie in der nächsten Saison beim FC Wohlen?
Es gibt Gespräche und Verhandlungen. Mir gefällt es in Wohlen. Weil ich an der ETH in Zürich Architektur studiere, ist die Anreise ins Freiamt kein Problem. Fussball und Ausbildung lassen sich gut miteinander verbinden. Nach dem Studium will ich aber in die Super League.

Zum FC Aarau?
Vielleicht ...