Aarau
Stefan Jost übernimmt definitiv das Ruder beim Zentrum Aarau

Die Detaillistenvereinigung hat wieder einen gewählten Präsidenten. Sorgen bereiten die neue Gebührenordnung und die nur mässig gut besuchten Sonntagsverkäufe im Advent.

Ueli Wild
Drucken
Teilen
Stefan Jost ist nun ordentlich gewählter Präsident der Detaillistenvereinigung.

Stefan Jost ist nun ordentlich gewählter Präsident der Detaillistenvereinigung.

zvg

Ende August letzten Jahres sprang Stefan Jost ein und leitete seither die Geschicke von Zentrum Aarau als Präsident ad interim. Dies, nachdem Patrik Westermann, vor einem Jahr als Nachfolger von Marcel Suter zum Präsidenten der Aarauer Detaillistenvereinigung gewählt, nach nur sechs Monaten den Hut genommen hatte. Die Schweizer Möbelbranche ist im Umbruch. Deshalb hatte sich als Geschäftsführer des Möbelhauses Strebel an der Rathausgasse gezwungen gesehen, seine Kraft vollumfänglich der Firma zu widmen.

Nun ist Stefan Jost, der Retter in der Not, ordentlich gewählter Präsident des Vereins: Die Generalversammlung sprach dem SVP-Einwohnerrat am Mittwochabend per Akklamation das Vertrauen aus. Zuvor hatten die Anwesenden den vierköpfigen Vorstand, bestehend aus Stefan Jost, Marianne Bolliger, Sandra Jaisli und Patrick Studer, einstimmig im Amt bestätigt. Dem Verein Zentrum Aarau gehören rund 100 Mitglieder an, das sind rund eine Viertel der Aarauer Detailhandelsgeschäfte.

Kritik an Gebührenreglement

Vor einem Jahr hatte Zentrum Aarau die neue Gebührenordnung zur Nutzung des öffentlichen Grunds kritisiert. Das alte, noch immer in Kraft befindliche Reglement gewährt Ladengeschäften eine Freifläche von 5 und Gastronomiebetrieben eine solche von 17 Quadratmetern. Mit dem neuen Reglement wollte die Stadt den Gewerblern diese gratis nutzbare Fläche wegnehmen. Inzwischen hat der Stadtrat, wie Stefan Jost ausführte, den Ball an den Verein zurückgespielt: Bis zum 31. März soll Zentrum Aarau Vorschläge ausarbeiten und dem Stadtrat unterbreiten – Vorschläge für Spielregeln, nicht für ein Gebührenreglement, wie Präsident Jost betonte.

Grössere Ladenflächen

Marcel Suter stellte das Ganze in einen weiter gefassten Zusammenhang – jenen der von alt Regierungsrat Peter Beyeler präsidierten Interessengemeinschaft Aargauer Altstädte, in der sich 13 Altstädte aus dem ganzen Kanton zusammengeschlossen haben. Der Verein, so Marcel Suter, habe ein zentrales Thema ausgemacht: die bauliche Entwicklung der Stadtkerne und Spielregeln dafür. Die IG Aargauer Altstädte lässt diesen Fragenkomplex nun ausloten. Sicher ist für Suter indessen eines: Damit das Einkaufen in den Altstädten attraktiv bleibt, braucht es grössere Ladenflächen. «Sonst werden wir Schwierigkeiten bekommen.» Das wiederum bedeute, wie Suter erklärte, dass die Denkmalpflege «zu einer liberaleren Haltung» finden müsse.

Jahresgewinnspiel

Rund 27 000 Franken hat Zentrum Aarau dieses Jahr für Saisonaktivitäten vorgesehen. Mit dem Budget 2016 genehmigten die Zentrum-Mitglieder auch ein Jahresgewinnspiel, bei dem Preise im Umfang von 8000 Franken ausgeschüttet werden. Der Hauptpreis soll aus 4000 Franken bestehen, die der Gewinner oder die Gewinnerin, begleitet von einer Vertreterin von Aarau Info, an einem einzigen Tag in Zentrum-Geschäften ausgeben muss. Manches ist bei diesem Spiel noch offen. Sicher ist aber, dass es eine Karte gibt, die beim Besuch eines Zentrum-Geschäfts gestempelt wird. An der Generalversammlung wurde lange über die Frage diskutiert, ob es möglich und zulässig sei, das Stempeln der Karte zu verweigern, wenn die Kundschaft im Laden nichts kaufe.

Sorgen bereiten Zentrum Aarau die 2015 nicht übermässig gut besuchten Sonntagsverkäufe im Advent. Die grösste Konkurrenz sind die Weihnachtsmärkte. «Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir mehr Weihnachtsmarkt-Feeling in die Stadt Aarau bringen können», erklärte daher Stefan Jost. «Nur weil die Geschäfte offen haben, kommen die Leute nicht nach Aarau.» Und beim Rüeblimärt, hiess es, sei man grundsätzlich daran interessiert, dass der Markt wieder in die Altstadt hineinreiche.

Adieu, Osterhasen!

Nun aber steht erst mal Ostern vor der Tür. Bald werden die überdimensionierten, individuell bemalten Zentrum-Osterhasen wieder in Läden und auf den Gassen der Stadt die Passanten zum Schmunzeln bringen. Zum letzten Mal allerdings: Danach sollen die Kunstwerke verkauft werden. Es gelte nun, sich eine Frühlings-Folgegeschichte zu überlegen, sagte Stefan Jost. Sieger im letztjährigen Hasenwettbewerb unter den Zentrumsläden wurde «Oscar». Den Preis für das am schönsten herausgebrachte Exemplar durften dementsprechend am Mittwochabend die Frauen des Modehauses Bernheim entgegennehmen.

Aktuelle Nachrichten