Aarau

Statt Zigaretten gibts mehr Geschenke im Kantonsspital

Noch kann Mina Vere Haliti (l.) am Kiosk im KSA Zigaretten einkaufen, begleitet von ihrer Tochter. Bal Noch kann Mina Vere Haliti (l.) am Kiosk im KSA Zigaretten einkaufen, begleitet von ihrer Tochter.Bal

Noch kann Mina Vere Haliti (l.) am Kiosk im KSA Zigaretten einkaufen, begleitet von ihrer Tochter. Bal Noch kann Mina Vere Haliti (l.) am Kiosk im KSA Zigaretten einkaufen, begleitet von ihrer Tochter.Bal

Ab kommendem Freitag hat es sich am Kantonsspital ausgequalmt – jedenfalls fast. Nicht ganz freiwillig wird Valora nächste Woche im Kiosk auf dem Spitalareal Aarau Zigaretten und Tabak aus dem Gestell räumen.

«Wir akzeptieren den Entscheid des Spitals, dass keine Zigaretten mehr verkauft werden dürfen», sagt Regionalverkaufsleiterin Janine Jirka.

Eines ist jetzt schon klar: Der Umsatz des Spital-Kiosks wird zumindest in der ersten Zeit merklich sinken. Denn: Tabak ist laut Valora immer ein wichtiger Anteil im Kiosk-Geschäft.

Schon längere Zeit darf innerhalb des Spitals nicht mehr gepafft werden. Sprecherin Helen Winkler sagt, wieso jetzt auch dem Verkauf von Zigaretten im Spitalkiosk ein Ende gesetzt wird: «Wir setzen das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen um, und dazu gehört, dass auf dem Areal keine Zigaretten mehr verkauft werden.»

Vielen gefällt dies allerdings nicht: «Dass es hier am Kiosk keine Zigaretten mehr geben wird, finde ich schlecht. Denn wir Raucher rauchen ja sowieso», sagt Mina Vere Haliti, die seit Tagen ihre kranke Tochter Liridona betreut.

Ähnlich sieht das auch eine Reinigungsfachfrau, die im KSA arbeitet und am Kiosk eben eine ganze Stange Kent Menthol gepostet hat: «In Zukunft muss ich meine Zigaretten an einem anderen Ort kaufen, das stört mich schon.»

Andere Spitäler begannen früher

Gleich geht es auch all den Ärzten, Krankenschwestern, Besucherinnen und Besuchern, die hier am Kiosk ihre Tabakwaren kauften. Und nicht zu vergessen die vielen Anwohner aus den nahen Quartieren. Der nächstliegende Kiosk befindet sich am Bahnhof Aarau.

Für Helen Winkler kein Grund, auf dem Spitalareal weiterhin Zigaretten zu verkaufen: «Rauchen ist ja bekannterweise nicht gesundheitsfördernd. Wir setzen alles daran, dass Patienten gesünder aus dem Spital rauskommen als sie reingehen.» Sie betont, dass Kioske im Kantonsspital Baden bereits seit drei Jahren keine Zigaretten mehr anbieten. Auch das Inselspital in Bern und Spitäler in Freiburg und Winterthur kennen ein solches Verbot.

Kaugummi-Zigaretten

Auch wenn man dies am liebsten möchte: Ganz verbieten kann man das Rauchen auf dem Spitalareal allerdings nicht. Auch weiterhin stehen Patienten und Besucher bei den Aschenbechern vor dem Haupteingang und rauchen eine Zigarette. Dies wird auch nach dem 14. Januar der Fall sein.

Kioskbetreiberin Valora hat sich derweil schon überlegt, wie sie das verlorene Geld wieder reinholt: «Wir werden noch mehr Geschenke verkaufen», bemerkt Janine Jirka.

Dann gibt es hier wohl eine noch grössere Auswahl an Engeln, Plüschtieren, roten Herzen mit «Ich liebe dich»-Aufdrucken, Baby-Sachen und Spielzeug. Und Kaugummi-Zigaretten.

Meistgesehen

Artboard 1