Aarau

Station Milchgasse: Die Sanierung drängt

Die Senioren verlassen die Station Milchgasse des «Golatti». Diese hat nach 40 Jahren eine Sanierung nötig. (Archiv)

Die Senioren verlassen die Station Milchgasse des «Golatti». Diese hat nach 40 Jahren eine Sanierung nötig. (Archiv)

Am 25. Februar hat der Einwohnerrat einen Kredit von 7,8 Mio. Franken für die Sanierung der Station Milchgasse (Teil des städtischen Pflegeheims Golatti) gesprochen. Da der Betrag die Finanzkompetenz des Einwohnerrates (6 Mio. Franken) übersteigt, kommt der Kredit am 19. Mai vors Volk. Dem Kredit (7,8 Mio. Franken, inklusive 7,7 Prozent Mehrwertsteuer, zuzüglich teuerungsbedingter Mehrkosten) erwächst, soweit erkennbar, keine Opposition. Schon der Einwohnerrat stimmte der Vorlage in seltener Einmütigkeit zu. Keine Fraktion hatte etwas einzuwenden. Der Entscheid fiel ohne Gegenstimme mit 45:0 Stimmen.

Worum geht es? – Die Sanierung der Station Milchgasse, die sich auf die Häuser Milchgasse 29, 33 und 35 verteilt, ist schon aus rechtlichen Gründen dringend, weil die Gebäude die Anforderungen, welche der Kanton heutzutage im Pflegegesetz und in der zugehörigen Verordnung an ein Pflegeheim stellt, nicht mehr erfüllen. Und die Zeit drängt: Schon vor vier Jahren gewährte der Kanton eine Fristerstreckung bis Ende 2018. Aufgrund der aktuellen Rechtslage müssen die Vorgaben bis Ende 2019 umgesetzt sein. Sonst kann der Station Milchgasse, gestützt auf das Pflegegesetz, die Bewilligung entzogen werden. In der Station Golatti selber, dem früheren Frauenkloster St. Ursula, besteht dagegen kein Handlungsbedarf.

In der Station Milchgasse müssen sämtliche Nasszellen ersetzt werden. Nur die wenigsten verfügen heute schon über eine Dusche. Und keine der Nasszellen erfüllt die Mindestanforderungen für rollstuhlgerechte Toiletten. Von den 27 Zimmern sollen 25 auf 15 bis 19,5 Quadratmeter optimiert werden. Auch an der Statik der Gebäude müssen Verbesserungen vorgenommen werden: Wegen der verschärften Normen in Sachen Erdbebensicherheit sind Verstärkungen des Tragwerks nötig. Zum Teil werden auch die Decken ersetzt. Alle Elektroanlagen und die Komponenten der Heizungsanlage werden den heutigen Standards und Normen entsprechend erneuert.

Während der rund zweijährigen Bauzeit (2020–2021) werden die Bewohnerinnen und Bewohner der Station Milchgasse vorübergehend in der Alterssiedlung Herosé untergebracht. Der aktuelle Stadtrat stellt sich vor, dass die Station Milchgasse bis zum demografischen Höchststand, der in 15 bis 20 Jahren erreicht sein wird, weiter als Pflegeheim genutzt wird und dass die drei Häuser anschliessend einer andern Nutzung zugeführt werden.

Verwandtes Thema:

Autor

Ueli Wild

Ueli Wild

Meistgesehen

Artboard 1