Aarau
Start des «cirqu'6» glückt im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten

An den ersten drei Tagen verzeichnete «cirqu’6» rund 1800 Besuche – jetzt folgt die «zweite Halbzeit».

Ueli Wild
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Die klingende Stadtbibliothek: Circa Tsuica und Aarauer Stadtmusik vereint.

Die klingende Stadtbibliothek: Circa Tsuica und Aarauer Stadtmusik vereint.

Ueli Wild

Im wahrsten Sinne des Wortes «mit Pauken und Trompeten» startete am Freitag «cirqu’6». Das Festival für aktuelle Zirkuskunst in Aarau ist ein Publikumsmagnet. Rund 1800 Besucherinnen und Besucher fanden bisher den Weg aufs Festivalgelände bei der Alten Reithalle. Das entspricht laut Communiqué der Organisatoren einer Auslastung von 94 Prozent.

Schon beim bunt-fröhlichen Eröffnungsspektakel, das die französische Zirkus-Banda Circa Tsuica zusammen mit der Stadtmusik Aarau bestritt, waren 350 Menschen in der Alten Reithalle und ergötzten sich an den von bis zu 7 Artisten belegten Fahrrädern, die dort zur Musik ihre Runden drehten. Circa Tsuica, das Kollektiv aus dem westfranzösischen St- Agil, besteht aus Mehrzweckartisten. Die Flügelhornbläserin im türkisfarbenen Dress etwa lässt sich nicht nur durch die Halle katapultieren, sondern setzt sich während des Apéros auch mal ins Publikum und seufzt dir mit einem frechen Chanson von GiedRé vor, dass das Leben einfacher wäre, wenn man Haare auf dem Oberkörper und «des couilles» hätte. So locker, wie sich das anhört, klingt es eher nach Zaz als nach GiedRé. Und ja: «J’aimerais pouvoir pisser debout.» Stehend die Blase leeren zu können, wäre halt auch ein Desiderat. – «Voilà, jetzt übersetz das mal für die andern!»

Vorausgegangen war eine unüberhörbare «Prozession» von Circa Tsuica und Stadtmusik vom Graben via Metzgergasse und Adelbändli zum Kirchplatz und dann via Kronen- und Pelzgasse zur Stadtbibliothek, wo Instrumente aus allen Fenstern erklangen.

Ab morgen «zweite Halbzeit»

950 Zuschauerinnen und Zuschauer feierten bisher die drei Aufführungen «Pour le meilleur et pour le pire» des Cirque Aïtal im Kasernenareal mit Standing Ovations. «cirqu’6» wird ab morgen Mittwoch an verschiedenen Spielorten fortgesetzt. Zu den Höhepunkten zählen der Clown Bonaventure Gacon mit «Par le Boudu» im Theater Tuchlaube. Im Stadtmuseum zeigt die Compagnie non Nova ihren «L’après-midi d’un foehn», ein bezauberndes Ballett für Einkaufstüten. In der Alten Reithalle führt die Claudio Stellato Company «La Cosa» auf, eine fulminante Show mit vier Artisten und vier Kubikmetern Holz. Auf dem Bahnhofsvorplatz zeigt der Zürcher Zirkus Chnopf seine neue Produktion «Panik». Für die beiden letzten Vorstellungen von Cirque Aïtal gibt es ebenfalls noch Tickets.

Weitere Informationen: www.cirquaarau.ch oder www.tuchlaube.ch

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