Aarau
Standort infrage gestellt: Unsichere Zukunft für Oberstufe im Schachen

Eigentlich war geplant, das Oberstufenschulhaus Schachen (Sek und Real) entweder zu sanieren oder vor Ort neu zu bauen. Doch im Zuge der Kreisschulfusion ist nun der Standort infrage gestellt.

Nadja Rohner
Merken
Drucken
Teilen
Das Oberstufenschulhaus im Schachen
3 Bilder
Der alte Schlachthof (Torfeld Nord) wäre ein denkbarer Oberstufenstandort.
Beim Buchser Schulhaus Suhrenmatte gäbe es noch Ausbaupotenzial.

Das Oberstufenschulhaus im Schachen

Urs Helbling

Das Oberstufenschulhaus Schachen (OSA) ist ein Sanierungsfall, das ist schon länger klar. 50 Millionen Franken sind im Investitionsplan für die Planung und die Sanierung – oder den Neubau – der Anlage vorgesehen. Doch nun wird geprüft, ob es überhaupt noch Sinn macht, das Oberstufenschulhaus Schachen im grossen Stil umzubauen.

An seiner letzten Sitzung hat der Einwohnerrat einstimmig eine entsprechende Planungserklärung zuhanden des Stadtrats verabschiedet. Initianten waren Peter Roschi (CVP), Lukas Häusermann (CVP), Martina Suter (FDP) und Christoph Waldmeier (EVP). «Wir wollen die Standortfrage stellen», erklärte CVP-Fraktionschef Lukas Häusermann.

Dies vor dem Hintergrund der neuen Kreisschule Aarau-Buchs, die bei ihrem Start im August 2018 drei Oberstufenstandorte führen wird: Schachen und Zelgli (Aarau) sowie Suhrenmatte (Buchs). «Es stellt sich die Frage», so heisst es in der Planungserklärung, «ob es noch zweckmässig ist, den Schulstandort Schachen für die Oberstufe aufrechtzuerhalten und 50 Millionen Franken in eine Schulanlage zu investieren, die sich an der Peripherie der Kreisschule befindet.»

Stadtrat Lukas Pfisterer betonte, die Planungsklärung renne offene Türen ein. «Der Stadtrat hat der Verwaltung schon vor Monaten genau diesen Auftrag erteilt», sagte er. Vor einem Jahr habe man noch mit einer Teilsanierung des Oberstufenschulhauses Schachen gerechnet. Nun habe man genauer hingesehen und gemerkt, «dass wir den Fächer ganz aufmachen müssen». Es stehen eine Teilsanierung, ein Neubau oder auch ein Teilneubau im Raum – und viele Fragen: «Wenn wir neu bauen – muss es an Ort und Stelle sein? Und falls an einem anderen Ort gebaut wird – was passiert dann mit dem Gelände im Schachen?»

Torfeld Nord oder Suhrenmatte?

Dass der Stadtrat eine Aufgabe der Oberstufe Schachen in Betracht zieht, kommt eher überraschend. Schon im umfassenden Bericht zur Ausarbeitungsphase der Kreisschulfusion Aarau-Buchs (publiziert im November 2016) wurde die Standortfrage umfassend behandelt, das Oberstufenschulhaus Schachen erschien darin sakrosankt. Für die Schulanlage Schachen geht der Bericht entweder von einem Neubau mit 24 Abteilungen aus oder von einer Sanierung des bestehenden Gebäudes (20 Abteilungen).

Eine Erweiterung sei aufgrund der bereits knappen Aussenraumverhältnisse nicht zweckmässig. «Aus Perspektive des Schulbetriebs und der Schulraumplanung wird ein Neubau bevorzugt», heisst es im Bericht.
Thematisiert wird auch eine Erweiterung der Schulanlage Zelgli, die, so der Bericht, aber «nicht zweckmässig» sei, weil die Kosten in einem ungünstigen Verhältnis zum Nutzen stünden.

Punkto gänzlich neuer Oberstufenstandorte empfiehlt der Bericht «weder den Bezug von kleinen bestehenden Gebäuden für maximal sechs Abteilungen noch die Realisierung einer grossen Oberstufenanlage (bis 36 Abteilungen)». Gegen ein grosses Oberstufenschulzentrum sprechen laut Bericht vor allem die hohen Kosten und die Standortfrage: «Wird eines der wenigen grossräumigen Areale (z. B. Sportplatz Telli) als Oberstufenstandort genutzt, wird dieses einer weiteren wichtigen Nutzung (z. B. Sport und Freizeit) entzogen.»

Für die Entwicklung der Oberstufe in der neuen Kreisschule, schlussfolgert der Bericht zur Kreisschulfusion, stehen entweder ein Neubau oder eine Sanierung des Schulhauses Schachen sowie ein Erweiterungsbau am Standort Suhrenmatte (plus 12 bis 16 Abteilungen) im Vordergrund. «Denkbar, aber nicht prioritär ist die Realisierung eines neuen Oberstufenstandortes für 16 Abteilungen anstelle der Erweiterung der Schulanlage Suhrenmatte.»

Als möglicher Standort wird der alte Schlachthof im Torfeld Nord genannt, der im Eigentum der Einwohnergemeinde Aarau ist. Gegenüber der AZ bestätigt Lukas Pfisterer: «Der Standort Torfeld Nord ist ein möglicher Standort, der genauer angeschaut wird.» Ob es weitere Standorte gebe, sei Gegenstand der Abklärungen, «inklusive den Auswirkungen auf Schulwege, Sicherheit, Erweiterbarkeit, Kosten und so weiter», so Pfisterer. «Sollte der Standort OSA aufgegeben werden, stellt sich die Anschlussfrage, was damit geschehen soll. Es ist noch nichts entschieden; das wird noch erhebliche Zeit in Anspruch nehmen.»