Tierschutz
Ständerätin Pascale Bruderer: «Delfinshows sind fragwürdig»

Der Nationalrat hat sich gestern klar für ein Halteverbot von Delfinen ausgeprochen. Die Aargauer Ständerätin Pascale Bruderer hat diesen Vorstoss nun auch im Ständerat lanciert, wenn auch in abgeänderter Form.

Adrian Gottwald
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Pascale Bruderer lancierte im Ständerat den Vorstoss für ein Importverbot von Delfinen

Pascale Bruderer lancierte im Ständerat den Vorstoss für ein Importverbot von Delfinen

Keystone

Der Ständerat hat sich heute überraschend für ein Importverbot von Delfinen ausgesprochen. Damit folgt er dem Nationalrat, der allerdings noch weitergehen und auch das Halten von Delfinen verbieten will.

Besonders grosse Freude am Entscheid hat die Aargauer Ständerätin Pascale Bruderer, die den entsprechenden Vorstoss lanciert hatte.

«Ich bin überrascht über dieses Resultat und erfreut, dass in dieser Frage in letzter Zeit ein Meinungsumschwung stattgefunden hat. Sowohl den Politikern als auch der Bevölkerung ist klar geworden, dass die Schweiz als Binnenland den Delfinen keine artgerechte Haltung ermöglichen kann», so Bruderer.

Dass der Ständerat nur den Import, nicht aber das Halten von Delfinen verbieten will, erklärt Bruderer so: «Wir haben den Antrag hinterfragt und sind zum Schluss gekommen, dass wir das Anliegen aufnehmen wollen, aber in einer moderateren Form.»

Das Importverbot sei in diesem Sinne ein Kompromiss.

Wohl der Tiere im Vordergrund

Doch welche Auswirkungen hat dieser Entscheid für das Connyland, dem einzigen Ort in der Schweiz, wo Delfine gehalten werden?

Das Connyland wird keine Delfine beschaffen können und verliert somit sein Aushängeschild.

Gemäss Bruderer wurde im Ständerat fast ebenso deutlich wie im Nationalrat, dass Delfinshows als reine Attraktion ganz klar in Frage gestellt werden.

Dabei gehe es um den Schutz der Delfine und die Anforderungen an einer artgerechten Haltung - und nicht etwa darum, dem Connyland zu schaden. Die Kompromisslösung soll es den Betreibern des Connylands ermöglichen, sich langfristig ein neues Konzept zu überlegen.

Für Pascale Bruderer ist klar, dass eine artgerechte Haltung in hiesigen Delfinparks unmöglich ist: «Bassins sind für so dynamische Tiere wie Delfine absolut ungenügend - sowohl in der Fläche als auch in der Tiefe gibt es schlicht nicht den Raumbedarf dafür. Hier besteht auch ein wesentlicher Unterschied zur Situation anderer Wildtiere in Zoo‘s, bei denen die natürliche Landschaft viel besser baulich nachempfunden werden kann.»

Keine weiteren Vorstösse geplant

Die als Tierfreundin bekannte Pascale Bruderer hat diesen Vorstoss also auch deshalb lanciert, weil ihr das Wohl der Tiere am Herzen liegt.

Obwohl immer wieder Schlagzeilen, welche über Tierquälereien berichten, die Runde machen, hat die Ständerätin keine weiteren Anträge dieser Art geplant.

«Die Schweiz verfügt über eine sehr gute Tierschutzgesetzgebung. Der Vollzug der vorhandenen Gesetze hat nun Priorität», so Bruderer.