Aarau

Stall-Neubau: Ortsbürger sollen im Juni drei Millionen Franken bewilligen

Abgestuft auf drei Ebenen fügt sich der neue Binzenhof-Stall ins ansteigende Gelände ein.

Abgestuft auf drei Ebenen fügt sich der neue Binzenhof-Stall ins ansteigende Gelände ein.

Der Milchviehstall des ortsbürgerlichen Bauernbetriebes im Binzhof soll saniert werden, denn er entspricht den Tierschutzauflagen nicht mehr. Nicht nur finanziell eine grosse Sache, sondern auch für die Pächterfamilie. Die Kühe müssen während der Umbauphase fremdplatziert werden.

Das jahrelange Verfahren rund um die Zukunft des ortsbürgerlichen Bauernbetriebs im Binzenhof nähert sich dem Ziel. Konkret geht es um die Sanierung des Milchviehstalls, der nicht mehr den Tierschutzauflagen entspricht. Bis jetzt waren die Kühe im Stand angebunden, künftig werden sie über Liegeboxen verfügen. Das ortsbürgerliche Pachtgut im Binzenhof soll in umfassender Weise ein «Vorzeigebetrieb» sein, der «vorbildlich mit der Energie, dem Boden und den Tieren umgeht».

Eine Planungskommission unter Stadtpräsidentin Jolanda Urech ist im letzten Sommer nach einer jahrelangen Evaluation zum Schluss gekommen, dass sich ein Um- und Anbau des bestehenden Gebäudes nicht lohne und deshalb ein Abbruch der alten Anlagen und ein Neubau vorzuziehen seien. Man setzt im Pachtgut grundsätzlich weiterhin auf Ackerbau und Milchproduktion und auf einen Stall für 35 Kühe, was dem bisherigen Bestand entspricht.

Wohin mit den Tieren?

Das Baugesuch für das Vorhaben liegt jetzt im Parterre des städtischen Rathauses öffentlich auf, obwohl der Stadtrat das Geschäft noch nicht abschliessend behandelt hat. Dieses Vorgehen rechtfertigt Projektleiterin Margrit Röthlisberger, die Chefin der Sektion Liegenschaften der Aarauer Ortsbürgergutsverwaltung, mit dem «schwierigen Planungshorizont für eine allfällige Realisierung».

Ein solcher Neubau bedeute für die Pächterfamilie Knörr «eine grosse Herausforderung». Während der Bauzeit stünden die Betriebsgebäude nicht zur Verfügung. Trotzdem müssten in dieser rund ein Jahr dauernden Phase die Tiere an einem andern Ort betreut und der Futter- und Ackerbau weitergeführt werden. «Das ist die grosse Schwierigkeit», bestätigt Susanne Knörr. Die eigenen Pferde und die Pensionspferde können im Schachen untergebracht werden, wo die Familie Knörr über einen passenden Stall verfügt. Was die Fremdplatzierung der Kühe angeht, sind die Abklärungen hingegen noch im Gang.

Kreditentscheid im Juni

Deshalb, so Margrit Röthlisberger, sei es entscheidend, den Terminplan rechtzeitig zu kennen. Zu dieser «planerischen Sicherheit» zähle auf der einen Seite eine rechtsgültige Baubewilligung, die man nun anstrebt. Auf der anderen Seite kann mit den Arbeiten natürlich erst begonnen werden, wenn die Aarauer Ortsbürger an der Gemeindeversammlung den entsprechenden Baukredit bewilligen. Dieser bewegt sich «im Bereich von knapp 3 Mio. Franken». Stimmen die Ortsbürger an der Sommer-Gmeind vom 6. Juni diesem Antrag tatsächlich zu, können die Bagger bereits im kommenden Herbst auffahren.

Gleichzeitig mit dem jetzt aufliegenden Baugesuch muss auch der Kanton das Vorhaben prüfen und absegnen, weil sich dieses in der Landwirtschaftszone befindet.

Erweitert und erneuert wird auch der Hofladen für den Direktverkauf eigener Produkte. Das Sortiment, lässt Susanne Knörr durchblicken, werde das gleiche bleiben, aber es werde mehr Platz zur Verfügung stehen. Und praktischerweise wird sich der Verarbeitungsraum neu gleich neben dem Hofladen befinden.

Projektverfasser ist das Architekturbüro Norag Zug AG mit Sitz in Cham. Die neuen Ökonomiegebäude verfügen laut Röthlisberger über eine «gute Einbettung in die Topografie» im Luegisland und über «einheitliche architektonische Qualitäten».

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