Küttigen

Ständig auf der Bremse: Autofahrer wittert in Tempo-30-Zone eine Bussenfalle

Tempo 30 auf der schnurgeraden Alten Stockstrasse einzuhalten, fällt vielen Autofahrern schwer. ba

Tempo 30 auf der schnurgeraden Alten Stockstrasse einzuhalten, fällt vielen Autofahrern schwer. ba

Ein Bewohner ärgert sich über Tempo 30 auf der Alten Stockstrasse in Küttigen. Die Strecke eigne sich nicht dazu. Wer das Tempo einhalten wolle, müsse ständig auf der Bremse stehen.

Die Einführung von Tempo 30 in den Quartierstrassen wird in diesem Herbst abgeschlossen. Bereits seit letzten Sommer gilt auf der Alten Stockstrasse, Verbindung zwischen Dorfzentrum und Bibersteinerstrasse, Tempo 30 Zone.

Darüber ärgert sich Alex Schneider. «Wer dieses Tempo einhalten will, muss ständig auf der Breme stehen. Das ist mühsam», sagt der Bewohner aus Küttigen, der zwar nicht an dieser Strasse wohnt, diese aber regelmässig als Autofahrer benutzt.

Am Anfang der Alten Stockstrasse befindet sich die Schulanlage Stock. Die Kinder benutzen die Strasse deshalb auch als Schulweg. Macht Tempo 30 nicht alleine deswegen Sinn? Natürlich, räumt Alex Schneider ein. Doch sei die Quartierstrasse übersichtlich, verlaufe schnurgerade und habe einseitig ein Trottoir sowie gelbe Velostreifen. «Tempo 50 und die Gefahrentafel ‹Schule› würden für diese Strasse vollständig genügen», findet er.

Bauliche Massnahmen möglich

Auf der Alten Stockstrasse Tempo 30 einzuhalten, sei unmöglich, findet Alex Schneider. «Autofahrer mit einem «normalen Drive» fahren 40 oder 50.» Deshalb nerven ihn die Geschwindigkeitskontrollen. «Das sind Schikanen und Bussenfallen», sagt er. Messungen sollten auf jenen Strassen durchgeführt werden, auf denen sie topografisch gerechtfertigt sind.

Dass es auf der Alten Stockstrasse regelmässig zu Verkehrsüberschreitungen kommt, ist für Gemeindeschreiber Robert Rütimann aus Küttigen nachvollziehbar. «Die Strasse ist einen Tick zu breit.» Die Verkehrssicherheitskommission werte zurzeit aus, wie sich Tempo 30 auf dieser Strecke in den letzten Monaten bewährt hat. Der Bericht soll in wenigen Wochen vorliegen. Je nach Ergebnis würden bauliche Massnahmen in Betracht gezogen, so Rütimann.

Tempo 30 ein Dauerthema

Tempo 30 polarisiert im Juradorf: Viele Bewohner bezeichnen es als Schikane, andere heissen es gut. Mit der Inbetriebnahme des Staffeleggzubringers Ende 2010 musste die Gemeinde jedoch ein Verkehrskonzept erarbeiten. Darunter fiel auch Tempo 30. Die Zone soll nicht nur schnelle Autofahrer in den Quartieren abbremsen, sondern den Schleichverkehr aus dem Dorf fernzuhalten.

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