Über Jahrzehnte mussten sie mit Lärmimmissionen weit über dem Grenzwert leben, die Bewohner der Liegenschaften zwischen T5 und Rohrerstrasse. Ab Oktober dürfte es in diesem Quartier nun endlich ruhiger werden. Im April wird mit der Umsetzung des Lärmschutzprojekts begonnen, an dem während über 10 Jahren geplant worden ist.

Warten auf den Bund

Die lange Planungszeit gründet auf der Neuregelung der Zuständigkeiten für Nationalstrassen. Der Kanton wollte mit der Investition für den Lärmschutz zuwarten, bis klar war, ob der Stadtzubringer an das Bundesamt für Strassen (Astra) übergeht oder nicht. Mittlerweile ist klar: Für die T5 ist ab Knoten Suhrebrücke bis Hunzenschwil der Bund zuständig, das Teilstück von Stadtausgang bis zur Suhrebrücke betreut weiterhin der Kanton.

Er bezahlt nun auch den grössten Anteil an die 1,3 Millionen Franken, welche das Lärmschutzprojekt kostet. Aarau beteiligt sich mit 150 000 Franken. Die betroffenen Anwohner selber zahlen 163 000 Franken, bekommen dafür allerdings eine Gegenleistung in Form einer besseren Ausnützung ihrer Grundstücke.

Aufschüttung am Hangfuss

Die Lärmschutzwand beginnt auf der Höhe des Restaurants Jura und erstreckt sich rund 240 Meter ostwärts. Sie besteht im unteren Bereich aus einer 6 Meter hohen und 3 Meter breiten Steinkorbmauer, oben wird ein etwas schmalerer, 2,35 Meter hoher Steinkorb aufgesetzt.

«Damit erreichen wir für alle Liegenschaften einen optimalen Lärmschutz», sagt Roberto Scappaticci, Bauingenieur und Projektleiter Brücken + Tunnel beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Die so genannte Wirkungslinie übersteige mit einer Ausnahme die jeweiligen Dachgiebel und sei somit ideal.

Hinter der Lärmschutzmauer wird das Terrain aufgeschüttet. Mit der so entstehenden Terrasse können die Liegenschaftsbesitzer ihre Grundstücke arrondieren. Den bisherigen bestockten Hang konnten sie nicht nutzen. Mit der Rodung des Hangs ist vor einigen Tagen zur Realisierung des Lärmschutzprojekts begonnen worden. Definitiv los geht es in der ersten Aprilwoche.

Baustelle bis im Oktober

Für die Einrichtung der Baustelle muss die Stadtausfahrt ab 2. April für 14 Tage ganz gesperrt werden, der Verkehr wird über die Rohrerstrasse zum Knoten Suhrebrücke umgeleitet. Die Spur stadteinwärts auf der T5 bleibt in dieser Zeit offen.

Laut Roberto Scappaticci muss während der ganzen Realisierungszeit mit einer leichten Einschränkung für den Verkehr gerechnet werden. «Wir müssen die beiden Spuren auf der T5 etwas nach Norden drücken, die Baustelle ist bis zum Abschluss der Arbeiten im Herbst jedoch praktisch immer befahrbar.»

Im Zuge des Lärmschutzbaus wird auch ein so genannter Vernetzungsstreifen als ökologische Ausgleichsfläche realisiert. Die Stadt hat dem Kanton dafür ein Grundstück abgetreten mit der Auflage, dass Letzterer künftig für den Unterhalt sorgt.