Aarau

Stadtrat will Schlossplatz-Remise für 400000 Franken umbauen

Remise vor dem Haus zum Schlossgarten am Aarauer Schlossplatz: Das Garagentor soll zum Schaufenster werden.  hr

Remise vor dem Haus zum Schlossgarten am Aarauer Schlossplatz: Das Garagentor soll zum Schaufenster werden. hr

Für 400000 Franken will der Stadtrat die Remise beim Haus zum Schlossgarten sanieren. Die Ortsbürgergemeinde befindet am 6. Juni an ihrer Sommer-Gmeind über den Baukredit, den sie leisten kann.

Mit dem Kauf des Hauses zum Schlossgarten (dem einstigen «Bundeshaus» der Helvetischen Republik) 1987 ging auch die vorgebaute Remise in den Besitz der Ortsbürgergemeinde Aarau über. Das Nebengebäude erhielt allerdings im Rahmen der umfassenden Renovation nur ein minimales Lifting. Seit rund zehn Jahren tauchten in regelmässigen Abständen Pläne für eine Sanierung auf, die aber immer wieder zurückgestellt wurden. Jetzt besteht laut Stadtrat Handlungsbedarf, denn der bauliche Zustand der Remise werde immer «problematischer».

Remise soll Kulturraum werden

Der Behörde geht es aber laut Botschaft an die Stimmberechtigten nicht nur um die Substanzerhaltung, sondern auch um neue Nutzungen für das Forum Schlossplatz. So soll das Dachgeschoss der Remise als Raum für die Kulturvermittlung gestaltet werde. Dieser «Ateliercharakter» schafft gleichzeitig auch Platz für öffentliche Begleitveranstaltungen zu den Ausstellungen im Fo-
rum, für Diskussionen, Lesungen, Vorträge oder Tagungen. «Multifunktional» eingerichtet werden soll auch der «Ostflügel» im Parterre, der dem Forum Schlossplatz als «Aussenraum» dienen kann. An der Westfassade gegen den Schlossplatz hin wird das Eingangstor zur Garage künftig als «Schaufenster» etabliert, in dem das Forum über das aktuelle Angebot informieren kann. Nach dem Projekt des Architekturbüros Kuhn.Pfiffner, Aarau, wird die bisherige Fassade mit den üppig wachsenden wilden Reben belassen, was je nach Jahreszeit zu wechselnden Farbeindrücken führt.

Im Winter könnte gebaut werden

Die Kosten von 400000 Franken beruhen auf Schätzungen im Rahmen des Vorprojektes, sollen aber in dieser Höhe als Antrag für den Baukredit übernommen werden. Auf die noch offene Gestaltung des Schlossplatzes hat das Vorhaben keine präjudizierende Wirkung. Und mit der kantonalen Denkmalpflege haben Vorgespräche stattgefunden, die zu keinen relevanten Einwendungen geführt haben. Sollte die Aarauer Ortsbürger-Gmeind am 6. Juni zustimmen, könnte bereits im Spätsommer dieses Jahres das Baugesuch eingereicht werden. Nach der Bauphase im kommenden Winter dürfte der Eröffnung im Sommer 2012 nichts im Wege stehen.

Ortsbürger können es sich leisten

Dass sich die Aarauer Ortsbürgergemeinde eine solche Investition durchaus leisten kann, zeigt ein Blick auf die Rechnung 2010. Das Budget rechnete noch mit einem Überschuss von 287000 Franken, tatsächlich resultierte aber ein solcher von rund 750000 Franken. Zugenommen hat in der gleichen Zeit das Finanzvermögen, und zwar von 70 auf rund 73,2 Millionen Franken. Da keine festen Schulden und auch keine Kontokorrentschuld bei der Einwohnergemeinde bestanden, mussten im vergangenen Jahr auch keine Zinsen aufgewendet werden. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass die Aarauer Ortsbürger beim Konkurs der Pelletwerke Mittelland AG, Schöftland, 87000 Franken ans Bein streichen mussten.

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