Aarau
Stadtrat will mehr Grossanlässe im KuK

Die Räumlichkeiten des Kultur- und Kongresshauses in Aarau sind nicht gut ausgelastet, deshalb schlug Einwohnerrrat Pascal Benz einen Umbau vor. Schulungsräume und Ähnliches sollten entstehen. Der Stadtrat lehnt einen solchen Vorschlag aber ab.

Nadja Rohner
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Urs Heblling

Das Kultur- und Kongresshaus (KuK) ist nur mässig gut ausgelastet: zwischen 20 Prozent (kleine Säle und Kursräume) und 50 Prozent (grosse Räume). FDP-Einwohnerrat Pascal Benz reichte deshalb eine Anfrage ein. Er wollte vom Stadtrat wissen, wie man die Auslastung durch bessere Raumnutzungskonzepte erhöhen könnte. Dies sollte «die Ertragslage verbessern». Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor.

Pascal Benz schlug in seiner Anfrage vor, bauliche Anpassungen vorzunehmen, damit ein Teil der verfügbaren Fläche für mobile Büros, Schulungsräume oder Ähnliches längerfristig vermietet werden könnte. Dies tagsüber, damit die Stadt weiter über die Nutzung nach Feierabend verfügen könne.

Der Stadtrat lehnt dies jedoch ab. «Das KuK erwirtschaftet einen grossen Teil seines Ertrags mit Grossveranstaltungen (Tagesanlässen) wie Tagungen und Kongresse, die neben den beiden grossen Sälen im Erdgeschoss noch die Säle 3 und 4 sowie die Kursräume benötigen», hält er in der Beantwortung der Anfrage fest. Eine permanente Vermietung einiger Nebenräume würde demnach solche Grossveranstaltungen verunmöglichen, zumal diese zu Bürozeiten stattfänden. «Zur Verbesserung der Ertragslage des KuK wird eine Ausweitung vor allem dieser Veranstaltungen angestrebt», heisst es weiter. Zudem würden Banken und Grossfirmen jeweils das ganze Haus mieten, obwohl sie nur die grossen Säle im Erdgeschoss und das Foyer nutzen. «Als Begründung wird angeführt, dass diese Kunden das Haus exklusiv für ihre Gäste benützen möchten und keine weiteren Anlässe in den kleineren Räumen erwünscht sind.»

Muss Orchesterverein zahlen?

Auch der Vorschlag des FDP-Einwohnerrats, man könnte Teile des KuK als «hochwertige Lagerräume» vermieten, stösst beim Stadtrat nicht auf Gegenliebe. Er weist darauf hin, dass zwei Chöre mit Gratis-Proberecht im KuK (Frauenchor Cäcilienverein Aarau und Stadtsängerverein Aarau) neun Einbauschränke im 2. OG für ihr Material nutzen, der Orchesterverein Aarau und das «argovia philharmonic» jeweils einen Lagerraum im UG für die Instrumente. «Eine Möglichkeit wäre, dafür von den beiden Orchestern eine entsprechende Lagerraum-Miete zu erheben», so der Stadtrat. Aber: Selbst wenn die beiden Lagerräume im UG frei würden, wäre eine Vermietung nicht angezeigt. Denn in diesem Fall «würde das KuK aus betrieblichen Gründen diese für eigenes Equipment beanspruchen».

Zuletzt schlägt Benz sinngemäss vor, die Kunst- und Kulturaktivitäten innerhalb der Stadt im KuK zu bündeln, damit andere öffentliche Liegenschaften frei werden «und als Folge renditestärkeren Verwendungen zugeführt werden» könnten. Als Beispiel führt der FDP-Einwohnerrat den «Kunstraum Aarau» am Ochsengässli an. Diese Liegenschaft, kontert der Stadtrat, sei privat und gehöre nicht zum Immobilienportfolio der Stadt. Weiter verweist der Stadtrat darauf, dass es notwendig sei, sämtliche KuK-Räume für Grossveranstaltungen flexibel vergeben zu können.