Der Stadtrat weiss zwar um das mangelhafte Angebot an günstigen Betten in der Stadt Aarau, sieht sich derzeit aber ausserstande, daran etwas zu ändern. Das geht aus der Beantwortung einer Anfrage hervor, die Einwohnerrat Ulrich Fischer (Pro Aarau) eingereicht hat.

Vor einigen Wochen hatte Esther Schmid, Leiterin von aarau info, in der az gesagt: «Aarau fehlt eine Jugendherberge. Ein Ort, wo viele Leute zu einem günstigen Preis übernachten können. Wenn Schulklassen oder Vereine nach Aarau kommen und hier eine Übernachtungsmöglichkeit suchen, wird es sehr schwierig bis unmöglich. Sportvereine beispielsweise würden gerne hier ihre Trainingslager durchführen, können sich die Übernachtungen in der Stadt aber nicht leisten.»

Der Stadtrat schreibt in seiner Antwort, er habe «ebenfalls realisiert, dass die Nachfrage nach günstigen Betten höher ist als das Angebot». Neben den vier Bed&Breakfast «tuch&laube», «Haus Salep», «zum graf» und «Midi Bed&Breakfast» gebe es noch rund 15 private Haushalte in Aarau, die einfache Zimmer zur Übernachtung anböten. Zwar erachte der Stadtrat eine Ausweitung des Angebots als wünschenswert, die Stadt verfüge aber über keine eigenen Liegenschaften, um dies zu ermöglichen. Man gehe davon aus, dass aufgrund der steigenden Nachfrage in absehbarer Zeit noch weitere Angebote im privaten Bereich entstehen würden. «Die Wirtschaftsfachstelle und das Stadtbauamt sind gerne bereit, die privaten Initianten bei ihren Vorhaben zu unterstützen.»

Kaserne: Keine Jugi vor 2030

Einwohnerrat Ulrich Fischer wollte wissen, ob die Möglichkeit bestehe, in der Stadt Aarau einen Campingplatz einzurichten – möglicherweise im Schachen. Das will der Stadtrat aber nicht. Die Ortsbürgergemeinde als Eigentümerin des Schachens habe sich in den vergangenen Jahren immer wieder für einen Schachen ausgesprochen, der als grüne Allmend für alle nutzbar sei. «Der Stadtrat nimmt diese klaren politischen Signale aus den Reihen der Ortsbürger ernst und verzichtet auf weitere Abklärungen für die Realisierung eines Campingplatzes auf dem Schachenareal.» Auch die weiteren Grünflächen der Stadt seien dafür «nicht geeignet», sagt der Stadtrat, mal wolle «den Naherholungscharakter dieser Zonen für die Stadtbevölkerung erhalten».

Auch stellt der Stadtrat klar, dass aus heutiger Sicht vor 2030 keine Jugendherberge auf dem militärischen Teil des Kasernenareals entstehen könne. Denn auch danach hatte Ueli Fischer gefragt. Der Stadtrat schreibt, erstens werde das Areal bis 2030 noch vom Militär gebraucht. Und zweitens handle es sich beim Kasernenareal um einen Entwicklungsschwerpunkt, weshalb der Betrieb einer Jugendherberge danach «am ehesten noch als Zwischennutzung geprüft werden» könne.