Aarau
Stadtrat will flexiblere Schulkreis-Grenzen: Es braucht Platz für 500 neue Schüler

Der Stadtrat kennt endlich die Prognosen für die künftigen Schülerzahlen. Jetzt hat er den Schulraumbedarf für die nächsten zehn Jahre definiert. Noch keine Neuigkeiten gibt es zur Zusammenarbeit mit der Kreisschule Buchs-Rohr.

Hubert Keller
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Hier stehen die Kindergärten und Schulen im Grossraum Aarau.

Hier stehen die Kindergärten und Schulen im Grossraum Aarau.

Das zweijährige Kindergartenobligatorium und der Systemwechsel auf sechs Jahre Primar und drei Jahre Oberstufe haben den Schulraumplanern den Schweiss auf die Stirn getrieben. Nun liegen für Aarau endlich die Schülerprognosen vor, aufgrund derer der Schulraumbedarf auf weitere Sicht ermittelt werden kann.

Für das Schuljahr 2014/2015 werden in den Aarauer Kindergärten und Primarschulen (inklusive Aarau Rohr) rund 1350 Schülerinnen und Schüler erwartet. Bis ins Schuljahr 2022/2023 wird die Schülerzahlen auf diesen zwei Stufen vermutlich um 500 auf rund 1850 Schülerinnen und Schüler anwachsen.

Der Schulraumbedarf auf der Oberstufe (Bez und OSA) ist eng mit der zukünftigen Schulorganisation zwischen der Gemeinde Buchs (Kreisschule Buchs - Aarau Rohr) und Aarau verknüpft. Die sechste Primarklasse verschafft der Oberstufe mehr Raum, mit dem das Bevölkerungswachstum aufgefangen werden kann.

Die Anzahl der Oberstufenschüler aus Aarau (inklusive Rohr) und der Bezirksschüler aus Biberstein, Küttigen sowie den beiden Erlinsbach steigt gemäss Prognosen von 620 im Schuljahr 2014/2015 auf 950 im Schuljahr 2901122/23 an.

Mitte September 2012 hat der Stadtrat den kurzfristig notwendigen Ausbau der Schulhäuser und Kindergärten für das Schuljahr 2014/2015 beschlossen. Aufgrund der Schülerprognosen für die Jahre 2014 bis 2023 müssen weitere Schulräume geschaffen werden. «Stadtrat und Schulpflege werden nun mit Unterstützung des Stadtbauamtes und der Schulleitung ein detailliertes Raumprogramm für den mittelfristigen Bedarf erarbeiten», heisst es aus dem Rathaus.

Bedarf an Schulraum für den Kindergarten zeigt sich gemäss dem zuständigen Stadtrat Lukas Pfisterer vor allem im Gebiet Bahnhof Süd, im Scheibenschachen und im Stadtteil Rohr (siehe Boxen). Auf Primarschulstufe ergibt sich weiterer Bedarf im Gönhard- und im Schachenschulhaus.

Um die zusätzlichen Schüler unterbringen zu können, plant der Stadtrat nicht nur den Bau weiterer Klassenzimmer, sondern auch die flexible Anwendung der Schulkreis-Grenzen. Je nach Platz und Klassengrössen werden Kinder dem einen oder anderen benachbarten Schulhaus zugeteilt.

Dies betrifft insbesondere die Schulkreise Aare und Schachen, die räumlich eng miteinender verflochten sind. Nebst dem Kindergarten braucht in diesen Schulkreisen auch die Primarschule mehr Platz.

Für eine Erweiterung bietet sich gemäss Stadtrat das Primarschulhaus Schachen an. Es liegt zentral und verfügt über die nötigen Turnhallen. Ein auf zwölf Abteilungen vergrössertes Schachen-Schulhaus könnte alle Kinder aus den Kindergärten Asylstrasse und Damm und wie heute die Kinder aus dem westlichen Hungerberg sowie bei Bedarf aus dem südlichen Zelgli aufnehmen. Bei dieser Grenzzeihung wären die Kapazitäten im Primarschulhaus Aare ausreichend. Neu müssten jedoch die Kinder aus dem westlichen Hungerberg im Scheibenschachen in den Kindergarten und im Schachen in die Primarschule gehen.

Gemäss Stadtrat Pfisterer prüfen die Gemeinde Buchs und die Stadt verschiedene Möglichkeiten der gemeindeübergreifenden Schulorganisation. Dem Gemeinderat Buchs und dem Stadtrat Aarau werde in diesen Tagen ein Grundlagenbericht vorgelegt, in dem die Varianten «Kreisschule Aarau-Buchs», «Vertragslösung zwischen Aarau und Buchs» und «getrennte Schulen» erläutert werden.

Die Arbeitsgruppe empfiehlt eine der Varianten. Welche es ist, werde noch nicht öffentlich gemacht, sagt Pfisterer. Nach dem Entscheid der Exekutiven werde die Bevölkerung zur Mitwirkung eingeladen. Die Schulraumplanung für die Oberstufe ist eng mit der Schulorganisation verknüpft.

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