Aarau

Stadtrat sucht Strategie für die Entwicklung der Altstadt

Fünf Jahre nach der Verkehrsberuhigung macht man sich Gedanken über die weitere Entwicklung des historisch gewachsenen Stadtzentrums.  Deborah Balmer

Fünf Jahre nach der Verkehrsberuhigung macht man sich Gedanken über die weitere Entwicklung des historisch gewachsenen Stadtzentrums. Deborah Balmer

Fast auf den Tag genau fünf Jahre nach der Verkehrsberuhigung der Aarauer Altstadt bemüht man sich im Unteren Rathaus um eine Strategie für die Zukunft des historischen Zentrums.

Die Stabsstelle Stadtentwicklung beim Stadtbauamt lädt zu einer Sitzung, vorerst im kleinen Rahmen einer «Spurgruppe». Diese soll den Weg ebnen für eine «Grossgruppenkonferenz» im Frühling, wie sie vom Stadtrat geplant wird.

Bis jetzt galt die Doktrin, dass die öffentliche Hand die Infrastruktur und die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Altstadt zur Verfügung stellt respektive vorgibt. Dazu gehört schwergewichtig die Neugestaltung der Gassen, die im Moment im Bau ist und Ende Jahr abgeschlossen sein wird.

«Negativ-Katalog» für die Gassen

Ebenfalls definiert worden sind die Leitplanken in Form von Reglementen für die Benützung des öffentlichen Raums. In diesem «Negativ-Katalog» sind sogar Bestimmungen über Form und Farbe von Sonnenschirmen oder über das Mobiliar der Gartenrestaurants enthalten. Zu politischen Konfrontationen haben die Zahl und die Dauer von so genannten Grossveranstaltungen in der Altstadt geführt.

Die restriktivere Variante des Stadtrates setzte sich gegen eine Mehrheit im Parlament durch, die eine offenere Handhabung bei grösseren Events im betroffenen Perimeter vorgezogen hätte.

Für den «Inhalt» und damit die Perspektiven der sanierten Altstadt, so die bisher im Rathaus vorherrschende Ansicht, seien hingegen das Gewerbe, der Detailhandel und die Gastronomie zuständig. Jetzt hat offenbar ein Sinneswandel stattgefunden. Der Aarauer Stadtrat will nämlich «herausfinden, wie sich die Altstadt in Zukunft entwickeln soll». Die Behörde will untersuchen, «ob und allenfalls wo Handlungsbedarf vorhanden ist». Begleiten soll dieses Projekt eine externe Beratungsfirma aus Winterthur, die den sinnvollen Namen «frischer wind» trägt. Sie ist laut dem Aarauer Stadtbauamt auf die «professionelle Moderation» von Entwicklungs-, Veränderungs- und Klärungsprozessen spezialisiert.

Interessenvertreter in Spurgruppe

Für die lokale Vorarbeit hat die Stabsstelle Stadtentwicklung eine «Spurgruppe» bestimmt, die aus Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Interessengruppen zusammengesetzt ist. Im Gremium sitzen Exponenten des Gewerbes, der Detailgeschäfte, der Restaurants, der Hauseigentümer, der Kultur und des Quartiervereins Altstadt.

Diese Spurgruppe tagt erstmals am 8. März und hat unter anderem die Aufgabe, «die Zielsetzungen des Gesamtprozesses zu spezifizieren» und «Hintergründe sowie Zusammenhänge in der Altstadt aufzudecken». Zudem geht es darum, Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Grossgruppenkonferenz zu mobilisieren, für welche rund 80 Personen vorgesehen sind. Das Datum für diese «öffentliche Mitwirkung» steht noch nicht fest.

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