Stadtrat Werner Schib gehörte zu den Ersten, welche die Möglichkeit nutzten, um gratis ein Elektrovelo zu testen und vom Auto auf das Elektro-Bike umgestiegen sind. «Das E-Bike hat mich überzeugt», sagt er, «ganz ohne Auto schaffe ich meine Verpflichtungen aber leider nicht.» Wie Stadtrat Werner Schib haben bereits weitere Aarauerinnen und Aarauer das Gas- mit dem Velopedal getauscht. So etwa Helen Baldenweg, Mitarbeiterin von Stadtpräsidentin Jolanda Urech, sowie die Einwohnerräte Michel Meyer und Christoph Waldmeier.

«bike4car», eine schweizweite Aktion, soll zum Umsteigen motivieren und die kombinierte Mobilität fördern. Partner sind die Energiestädte, also auch Aarau, und Energie Schweiz, eine Organisation, die operativ vom Bundesamt für Energie geleitet wird und in der Energiestrategie 2050 eine zentrale Rolle spielt. Sie koordiniert und vernetzt als zentrale Plattform die unterschiedlichen Akteure auf diesem Gebiet, Bund, Kantone, Gemeinden, Unternehmen unterschiedlicher Branchen, Umwelt- und Konsumentenorganisationen sowie natürlich die Schweizer Bevölkerung.

Partner sind nicht nur die Städte, sondern auch die lokalen Velohändler, welche die E-Bikes zur Verfügung stellen, in Aarau das Velogeschäft «unterwegs» von Stefan Lienhard sowie die Coop Bau- und Hobby-Filialen in der Wöschnau und in Unterentfelden.

«Ich bin von der grossen Nachfrage überrascht», sagt Lienhard. Seit Beginn der Aktion Anfang Mai haben bei ihm rund zwanzig Autofahrer den Schlüssel abgegeben. «Für ein E-Bike bin ich doch zu jung», höre er etwa. Doch solche Skepsis sei jeweils schnell überwunden. Die Neu-Biker kämen durchweg begeistert zurück.

Das erste Mal auf dem E-Bike

So auch Einwohnerrat Michel Meyer: «Ich bin das erste Mal auf einem E-Bike gesessen, es machte enormen Spass.» Sein Bike bringe nicht mehr her als 30 km/h, habe ihm Stefan Lienhard mit auf den Weg gegeben. Doch: «Man muss Acht gegen, dass man im Quartier nicht zu schnell unterwegs ist.»

Michel Meyer wohnt mit seiner Partnerin in der Aarenau. Sie haben zwei Autos – noch zwei Autos, denn die Erfahrung mit dem E-Bike könnte Meyer restlos überzeugt haben, eines zu verkaufen. «Ich arbeite in Altstätten, in der Nähe des Bahnhofs, käme also nie auf die Idee, mich im Stau zu ärgern», sagt er. «Eine Auto für meine Partnerin und mich würde vollständig genügen.»

Potenzial ist gross

Stadtrat Werner Schib macht pro Jahr rund 8000 Autokilometer. Damit liegt er deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt. Und er ist bereits Velofahrer. Seine Velokilometer schätzt er auf rund 1000 jährlich. Das ist beachtlich. Durchschnittlich legt jeder Einwohner und jede Einwohnerin der Schweiz jährlich rund 20 500 Kilometer zurück, und zwar im In- und Ausland. Davon fast die Hälfte mit dem motorisierten Individualverkehr, also mit Auto und Motorrad. Von der gesamten Jahresdistanz entfallen mehr als zwei Drittel auf die sogenannte Alltagsmobilität. Damit werden Wege bezeichnet, die eine Person in ihrer gewohnten Umgebung zurücklegt. Das Potenzial für das E-Bike ist also gross.

Stefan Lienhard verkauft im Jahr rund 60 E-Bike, das entspricht in etwa der Zahl der mit reiner Muskelkraft betriebenen Velos. «Jetzt wo alle vom E-Bike-Boom reden, hat sich bei mir der Umsatz dieser Velos auf hohem Niveau eingependelt», sagt Lienhard.

Die von der Stadtentwicklung organisierte Aktion dauert bis September. Wer für zwei Wochen gratis ein E-Bike testen möchte, meldet sich bei «unterwegs» oder bei Coop Bau+Hobby Wöschnau und Unterentfelden. Bei Fragen: unterwegs, Rain 31, Aarau, 062 824 84 18, oder Marco Caprarese, Stadtentwicklung, 062 838 05 37.