Kunsteisbahn Aarau
Stadtrat Hilfiker kontert Keba-Kritik: «Wir haben nichts bewusst verschleiert»

Am Montagabend musste der Aarauer Stadtrat Hilfiker vor dem Einwohnerrat nochmals über das Keba-Debakel sprechen.

Nadja Rohner
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Hanspeter Hilfiker kontert Kritik.

Hanspeter Hilfiker kontert Kritik.

Chris Iseli

Trotz bereits reich befrachteter Traktandenliste entschied der Aarauer Einwohnerrat gestern Abend mit 32 Ja zu 13 Nein, dass das Keba-Debakel noch einmal diskutiert werden solle. Der vom Stadtrat in Auftrag gegebene Bericht eines externen Gutachters – kurz vor dem Maienzug publiziert – war bereits in der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission besprochen worden.

Der Experte hatte vor allem zwei Dinge kritisiert: Dass man das Baugesuch für die korrekten Betriebszeiten erst relativ spät einreichte, obwohl das Problem schon lange bekannt gewesen war. Und dass die Kunsteisbahn nach der Wiedereröffnung im November 2016 zu nicht rechtskräftig bewilligten Zeiten in Betrieb war (bis nach 22 Uhr).

Die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission sei einstimmig der Meinung, dass keiner der Entscheidungsträger «willentlich gegen das Interesse der Öffentlichkeit gehandelt» habe, sagte FGPK-Sprecher Peter Jann (GLP). Man habe beabsichtigt, die Anlage für die Bevölkerung und die Vereine möglichst rasch und umfassend zu eröffnen. Die FGPK sei überzeugt, dass Stadtrat und Verwaltung aus den entstandenen Problemen «die nötigen Erkenntnisse gewonnen haben».

Die renovierte Halle der Kunsteisbahn Aarau. Hier spielen Buben Eishockey und Mädchen trainieren Eiskunstlauf.
20 Bilder
Kinder auf dem gedeckten Aussenfeld.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).
Die Fussballplätze vor dem Keba-Komplex im Aarauer Brügglifeld.
Impressionen von den Fussballplätzen, die zum Keba-Komplex gehören.
Impressionen von den Fussballplätzen, die zum Keba-Komplex gehören.
Impressionen von den Fussballplätzen, die zum Keba-Komplex gehören.
Impressionen von den Fussballplätzen, die zum Keba-Komplex gehören.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).

Die renovierte Halle der Kunsteisbahn Aarau. Hier spielen Buben Eishockey und Mädchen trainieren Eiskunstlauf.

Mario Heller

Müller sieht dies anders

Ganz anders beurteilt SP-Einwohnerrat Nicola Müller die Lage. Er hatte deshalb den Antrag auf Diskussion des Gutachtens gestellt. Drei Dinge missfallen Müller: Dass ein kleiner Fehler – die zu kurz beantragten Betriebszeiten – über drei Jahre «verschleppt» worden war. Dass bei der Eröffnung der Keba mit falschen Zeiten «wissentlich Recht gebrochen» wurde: «Es war allen Beteiligten klar, dass nur die eingeschränkten Öffnungszeiten rechtskräftig waren. Man hat die Augen zugemacht und gehofft, es komme schon gut.»

Und drittens habe man den Einwohnerrat als Kontrollorgan von Stadtrat und Verwaltung über die drohenden Probleme nicht informiert. «Wir waren wirklich eine ‹Stadt der Ahnungslosen›», zitierte Müller einen AZ-Kommentar.

Müllers Rüffel richtete sich vor allem an den zuständigen Stadtrat Hanspeter Hilfiker. Dessen Parteikollegin, FDP-Einwohnerrätin Danièle Zatti, betonte jedoch, es gebe in dieser Sache keinen Schuldigen. Und es sei Hilfiker zu verdanken, dass nun die Keba mit einer Übergangs-Bewilligung wieder in Betrieb gehen kann. Hilfiker selber sagte: «Bewusst etwas verschleiert haben wir zu keinem Zeitpunkt.»

"Wir haben einen Mist gemacht"

Aber: «Für uns hat sich die Tragweite nicht erschlossen.» Eine Entschuldigung forderte Susanne Heuberger (SVP): «Man sollte hinstehen und sagen: Wir haben einen Mist gemacht», sagte sie. Aber jetzt würde man «die Sache schönreden». Dass niemand die Verantwortung übernehme, sei unbefriedigend. Man habe, so Stadtpräsidentin Jolanda Urech, keinen Schuldigen bekannt, «weil es eben ein Zusammenspiel verschiedener Elemente war».