Jetzt geht wieder etwas am Bahnhof Aarau: Nachdem der Stadtrat die Baubewilligung für die zweite Etappe des Bahnhof-Neubaus erteilt, wie er in einer Mitteilung schreibt. Das Wohn- und Geschäftshaus «am Bahnhofplatz» dürfte also demnächst gebaut werden. «Dürfte» deshalb, weil die Bauherrschaft erst dann etwas zum weiteren Vorgehen sagen will, wenn die Baubewilligung rechtskräftig wird. Das wird in gut einem Monat der Fall sein – ausgestellt wurde die Bewilligung am 18. Januar, 30 Tage beträgt die Beschwerdefrist.

Als Bauherrin und Investorin tritt die Credit Suisse Real Estate Fund Green Property auf. Projektentwickler und Totalunternehmer ist die Mettler2Invest AG. Die Firma hatte das 5550 m² grosse Grundstück im Sommer 2014 von den SBB erworben und per Anfang 1015 Bauland und Projekt an die Credit Suisse weiterverkauft. Entworfen wurde das Gebäude vom Architekturbüro Theo Hotz Partner AG. Theo Hotz hat das bereits gebaute Bahnhofgebäude sowie den nun anstehenden Neubau bereits 1993 entworfen.

In den Projektunterlagen ist von einem Baustart im Frühling 2016 die Rede. Der Bezug des neuen Gebäudeteils mit 2690 m² Grundfläche ist für Mitte 2018 geplant. Es schliesst direkt an den bestehenden Neubau an, der 2010 eingeweiht wurde – dort also, wo heute Veloständer und Parkplätze sind. Wie lange diese noch benutzbar sind, wie lange die Bauzeit dauern wird und ob der Bahnbetrieb so weitergehen kann wie bis anhin, wollte die Bauherrin am Montag noch nicht sagen.

Für Pendler interessant sein dürfte die Aussicht auf eine grosse Migros-Filiale direkt am Bahnhof. Ankermieterin aller Gewerbeflächen – rund 7000m² – ist die Migros Aare. Sie wird im Erdgeschoss sowie im ersten und zweiten Obergeschoss ihre Geschäfte betreiben. Was genau geplant ist, kann Migros-Mediensprecherin Andrea Bauer. Noch nicht sagen. Sicher ist: Es wird ein Flower-Power-Fitnesscenter geben, ein Migros-Supermarkt und Migros-Gastro-Formate. «Welche genau, wird jetzt detailliert ausgearbeitet und auf die Bedürfnisse der mobilen Kundschaft ausgerichtet», sagt Bauer. Sie beteuert aber: «Die Migros Igelweid bleibt sicher bestehen.»

Noch nicht klar ist, wie es mit den beiden «Migrolino» weitergeht. «Die Ecklage des migrolino am Busbahnhof ist hervorragend und an einer Hochfrequenzlage, da wird die Migros kaum Auswirkungen haben», sagt Mediensprecherin Katharina Plüss. «Für die Lage im UG wird der Druck sicherlich nicht kleiner, mit den heutigen Mitbewerbern stehen wir bereits in einem starken Wettbewerb.»

Neue Wohnungen

Im dritten bis sechsten Obergeschoss des Neubaus sind gemäss Projektbeschrieb rund 90 Wohnungen geplant, davon 32 mit 2,5 und 38 mit 3,5 Zimmern. Parkiert wird in der Tiefgarage mit rund 285 Parkplätzen, davon 180 öffentlich. Aussen gibt es 6 Kurzzeit-Parkplätze.

Das Anlagevolumen beträgt rund 108 Mio. Franken. «Gebaut wird nachhaltig und nach Minergie-Standard», so CS und Mettler2Invest in einer gemeinsamen Mitteilung vom Januar 2015.