Das Vorprojekt für den Neubau der Sporthalle Schachen liegt vor. «Es gefällt», lässt der Stadtrat verlauten. Doch die hohen Investitionskosten und die nicht minder happigen jährlich wiederkehrenden Kosten veranlassen ihn, auf den Neubau zu verzichten und dem Einwohnerrat stattdessen die Instandhaltung der bestehenden Halle zu beantragen.

«Der Entscheid ist dem Stadtrat alles andere als leicht gefallen», betont Stadtrat Lukas Pfisterer. Der Neubau mit geschätzten Investitionskosten von rund 30 Millionen Franken sei in Anbetracht der finanziellen Lage der Stadt aber schlichtweg nicht verkraftbar. «Das Bauprojekt Schachenhalle ist mit grossem Abstand das aufwendigste steuerfinanzierte Projekt im Investitionsprogramm und es ist mit den Kernzielen des Sparprojekts Stabilo 2 nicht vereinbar», schreibt der Stadtrat in der offiziellen Mitteilung.

Die Investition in eine neue Sporthalle würde laut Stadtrat dazu führen, dass in den nächsten Jahren praktisch alle anderen Investitionsprojekte gestrichen oder diese verkleinert werden müssten. Aus diesem Grund habe sich der Stadtrat für eine «vorläufige Instandhaltung der Halle» entschieden.

Der Stadtrat stellt dem Einwohnerrat deshalb den Antrag, auf die weitere Projektierung eines Neubaus zu verzichten. Ebenso soll von der weiteren Projektierung des Bauprojekts Maienzugplatz abgesehen werden. Stattdessen soll der Einwohnerrat voraussichtlich im Juni einen Kredit in der Höhe von 50 000 Franken für die Ausarbeitung eines Konzepts zur Instandhaltung der bestehenden Halle genehmigen.

In bedenklichem Zustand

Die Sporthalle Schachen ist 45 Jahre alt und in einem bedenklichen Zustand. Der Einwohnerrat hatte sich deshalb Ende März 2011 gegen eine Sanierung und für einen Neubau entschieden. «Instandhaltung, wie sie der Stadtrat nun vorschlägt, heisst aber nicht Sanierung», betont Pfisterer. «Wir wollen die Halle mit minimalem Aufwand erhalten und im bisherigen Rahmen weiterbetreiben.»

Der Stadtrat sei sich bewusst, dass dieser Zustand nicht ewig dauern könne. In absehbarer Zukunft werde es wieder am Einwohnerrat sein, zu entscheiden, ob das Vorprojekt wieder aus der Schublade geholt wird. Optionen werden dann sein: Redimensionierung und Sanierung.

Das Vorprojekt sieht beziehungsweise sah eine multifunktionale Halle vor, wie sie in der Schweiz kaum irgendwo vorkommt. 3000 Zuschauer hätten darin Platz finden sollen. Sie hätte gleichzeitig Stadthalle, Schul- und Vereinssporthalle sowie Wettkampfhalle auf nationalem Niveau sein sollen. Ausstellungen, Kongresse, Konzerte und das Maienzugbankett hätten darin gleichermassen stattfinden können. «Die Multifunktionalität hat aber ihren Preis, einen sehr hohen Preis», sagt Stadtrat Pfisterer. Das Projekt zu reduzieren, sei nicht einfach möglich gewesen. «Je mehr die kommerzielle Nutzung reduziert wird, umso schlechter wird das Betriebsergebnis.»

Wichtig sei, dass die Halle bis 2019, wenn das Eidgenössische Turnfest in Aarau zu Gast sein wird, parat ist. Statt der 3000 Zuschauer wird sie dann halt wie bis anhin nur gut 1000 Zuschauer fassen.