Aarau

Stadtrat bemüht sich um das Unicef-Label «Kinderfreundlich»: Dafür befragt er Kinder und Eltern

Zukunftstag: Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker und Stadträtin Franziska Graf mit Livia und Lenny.

Zukunftstag: Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker und Stadträtin Franziska Graf mit Livia und Lenny.

Gestern war Zukunftstag: In verschiedenen Betrieben des Landes konnten Kinder einen Tag lang in die Arbeit der Erwachsenen hineinschauen und je nach dem auch mitwirken.

In Aarau nahm der Stadtrat den Zukunftstag zum Anlass, die Öffentlichkeit über die aktuellen Projekte im Bereich Kind und Jugend zu informieren – denn gerade in diesem Bereich laufe derzeit sehr viel, sagte die für Bildung und Jugend zuständige Stadträtin Franziska Graf. «Aarau soll ein Ort sein, an dem Kinder gesund aufwachsen können.»

Die Stadt wolle deshalb konkrete Grundlagen schaffen, damit Kinder in Sicherheit die Welt selber erforschen können. Oder in den Worten der Stadträtin: «Damit Kinder sich selbstständig vorwärts bringen.» Ein praktisches Beispiel: Wenn es in den Quartieren Tempo 30 oder Begegnungszonen gibt, dann können Kinder in Sicherheit selber Fahrradfahren lernen.

Entsprechend dem Legislaturziel Nummer 10 – «Die Stadt fördert den Bereich Kind und Jugend», heisst es dort noch relativ abstrakt – hat der Stadtrat am Montag konkrete Beschlüsse gefasst und eine Strategie verabschiedet. Ab Dezember sollen nun Taten folgen: Je nach Altersgruppe wird ab dann mit verschiedenen Umfragen der Bedarf nach gewissen Massnahmen erhoben.

Betreffend den Kindern im Alter von 0 bis 4 Jahren werden die Eltern befragt, wie sie das Kinder-Aufziehen in Aarau erleben. In der Alterskategorie der 5- bis-12-Jährigen finden diesen Monat Umfragen in den Schulen statt zum Thema Freizeit und Wohnumfeld. Die erste Veranstaltung – mit Hüpfburg und gratis Sirup – gabs bereits in der Schule Rohr. «Es kamen an die hundert Kinder, ich war überwältigt», sagte Franziska Graf. Betreffend dem Altersbereich 13 bis 18 habe die Jugendarbeitsstelle eine Umfrage lanciert. In diesen Bereich gibt es seit 2006 ein Jugendkonzept, das nun aktualisiert wird.

«Wir haben die Grundlagen festgelegt, jetzt wollen wir die Meinung der Betroffenen einholen», sagte Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker. Ziel ist, in einem Jahr ein Konzept für eine konkrete Umsetzung der verschiedenen Massnahmen vorzustellen. Dazu wird es im Februar und im Mai noch öffentliche Workshops geben. Aarau strebt zudem das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» an. Auch deshalb will der Stadtrat nun herausfinden, wo Aarau sich diesbezüglich verbessern kann. Vor 30 Jahren haben die Vereinten Nationen die Konvention über die Rechte des Kindes verabschiedet. Nächsten Freitag werden Aarauer Schulkinder im Telli und in der Igelweid Postkarten verteilen, die sie dazu gestaltet haben.

Eine Tagesschule in Aarau und Buchs?

Die Kreisschule Aarau-Buchs überlegt sich derzeit auch die Einführung einer Tagesschule für Kinder ab Kindergartenalter. Eine breite Befragung unter den Eltern findet am 26. November im Gemeindesaal Buchs statt. «Es ist die Möglichkeit für die Eltern, ihre Wünsche anzubringen», sagte Franziska Graf. Bisher hätten sich vor allem Elternverbände angemeldet. Weitere Anmeldungen von Eltern seien erwünscht, damit sich die Kreisschule ein breites Bild der Bedürfnisse machen kann.

Derweil fand der Zukunftstag gestern auch in der Aarauer Stadtverwaltung statt: Dabei durften Kinder Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker begleiten und ihn exklusiv interviewen. Livia (11) und Lenny (10) fragten ihn etwa nach seinem Lieblingsessen, welchen Ort in Aarau ihm besonders gut gefalle oder was er werden wollte, als er zehn Jahre alt war. Die Antworten halten die Kinder noch geheim, das Interview wollen sie zuerst in ihrer Schule vorstellen.

«Wenn du König von Aarau wärst» Umfrage für Kinder von 5 bis 12 Jahren in den Schulhäusern Aare (26.11.), Schachen (27.), Telli (28.) und Gönhard (29.), 15-18 Uhr.

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