Mit Stativ und einer Drohne bewaffnet, machte sich Jürg Leckebusch in den Morgenstunden auf den Weg nach Aarau. Sein Ziel war das noch geschlossene Stadtmuseum, um welches er seine Kameradrohne vier Mal zwanzig Minuten – länger hält die Batterie nicht – kreisen liess. Systematisch umrundete er das Gebäude. Insgesamt 3000 Fotos schoss Leckebusch dabei insgesamt. Bilder, aus denen er später am Computer ein originalgetreues Model des fotografierten Gebäudes bastelte. An die einzelnen Flächen des Models kamen dann zahlreiche Klebelaschen, die der Erbauer von Hand an der richtigen Stellen einfügte: Und fertig ist der Bastelbogen.

«Ein lustiges Hobby», nennt der Geophysiker und Archäologe seine Passion, die reichlich Zeit in Anspruch nimmt. Auf das Stadtmuseum Aarau ist er vor etwas mehr als einem Jahr bei einem Besuch gekommen. Zuvor hat der Familienvater unter anderem schon die Hero und die Burghalde in Lenzburg mit seiner Drohne umflogen und einen Bastelbogen kreiert. «Ungefähr ein Jahr dauert ein solches Projekt», erzählt Leckebusch.

Im Stadtmuseum Aarau stiess er mit seiner Idee sofort auf offene Ohren, zumal Leckebusch sein Hobby ausschliesslich ehrenamtlich ausübt. Lediglich die Kosten für den Druck der 200 Bastelbögen übernimmt das Museum. Für die zahlreichen Stunden mit seiner Drohne, vor dem Computer und am Basteltisch verlangt Leckebusch keine Entschädigung: «Wenn Menschen durch meine Arbeit Freude am Zusammenbauen haben, ist das doch schön. Dann hat sich der Spass schon gelohnt», sagt Leckebusch, der bereits als Kind gerne gebastelt hat.

Drohne zum Anfassen

Etwa sieben bis acht Varianten eines sogenannten «Weissmodels» erstellt der Modelbauer, ehe die farbig bedruckte Endversion im Massstab 1:200 steht, alle Klebelaschen am richtigen Ort und akkurat beschriftet sind.

Am Sonntag, 12. März, feiert das Stadtmuseum gemeinsam mit dem Erbauer die Vernissage des Papierbabys, das natürlich auch käuflich erworben werden kann. Neben dem Miniaturmodel präsentiert Leckebusch den Besuchern bei dieser Gelegenheit auch seine Drohne und das digitale Model, ehe er sich an den nächsten Bastelbogen wagt. Bald schon kreist die Kamera des Herrn Leckebusch über dem Schloss Schafisheim.