Aarau
Stadtmarketing-Streit gipfelt in politischem Schlagabtausch

«Das Aarauer Standortmarketing hat die Erwartungen des Stadtrates nicht erfüllt», erklärte Stadtammann Marcel Guignard in seiner Antwort auf eine Anfrage von Einwohnerrat Hanspeter Hilfiker an einer Parlamentssitzung.

Hermann Rauber
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Stadtammann Marcel Guignard

Stadtammann Marcel Guignard

Susi Bodmer

Der abtretende Präsident des Vereins Aarau Standortmarketing (VAS) hatte die Behörde mit Vorwürfen konfrontiert, die sich gegen den neuen Leistungsauftrag richteten.

Das letzte Gefecht in einer offensichtlich verfahrenen Situation, die im abrupten Doppelrücktritt von VAS-Präsident Hilfiker und Geschäftsführer Markus Schenk im Sommer ihren Höhepunkt fand, brachte keine neuen Erkenntnisse. Guignard bestätigte den Umstand, dass «die Zusammenarbeit zwischen dem privaten Trägerverein und der öffentlichen Hand nicht reibungslos verlaufen ist». Er konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen, dass der VAS über die Gründe, die zu einem neuen Leistungsvertrag geführt haben, eingehend informiert worden sei. Trotzdem habe Hilfiker es vorgezogen, die ganze Angelegenheit «auch noch auf das politische Parkett zu ziehen».

Erweiterung der Stellenprozente beantragt

Der Einwohnerrat habe, so der Stadtammann, vor vier Jahren zwar einen jährlichen Beitrag von 300 000 Franken an den VAS gesprochen, das Marketingkonzept sei aber nicht Bestandteil der Vorlage gewesen. Man habe sich bis heute an diese finanzielle Vorgaben gehalten. In der Praxis habe es sich aber gezeigt, dass der Verein Aarau Standortmarketing auch «Kernaufgaben» der Stadt tangiert habe. Das betraf nicht zuletzt die im Moment vakante Position einer Wirtschaftsfachstelle.

Auf die Frage, weshalb der Posten noch immer unbesetzt sei, entgegnete Guignard, dass der Stadtrat zuerst eine Analyse vorgenommen habe, bevor man Entscheide treffen wollte. Diese Phase sei jetzt abgeschlossen, dem Parlament liege ein Antrag auf Erweiterung der Stellenprozente für die Wirtschaftsfachstelle vor, die bald wieder besetzt sein soll.

Hanspeter Hilfiker betonte in seiner Replik, dass der Aufbau eines professionellen Standortmarketings ein «aufwändiger Prozess» sei, der Zeit brauche. Die Begründung des Stadtrates für den Schrittwechsel sei «unzureichend», der Umgang mit anerkannten Fachleuten wie dem VAS-Geschäftsführer «bedenklich». In seiner Duplik bezeichnete der Stadtammann personelle Konsequenzen als eine interne Angelegenheit des Vereins ausserhalb der Verwaltung. Der verbale Schlagabtausch zeigte ein letztes Mal, dass die Chemie zwischen der VAS-Spitze und dem Rathaus nicht gestimmt hat, wobei die Klärung nun nach dem Motto «Wer zahlt, befiehlt» (Zitat Marcel Guignard) erfolgt ist.

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