Aarau
Stadtkirchenfest: Ein Gegensatz, der sich anzieht

Am Stadtkirchenfest in Aarau besuchten sich eritreische und einheimische Christen in ihren Gottesdiensten. Beim anschliessenden gemütlichen Beisammensein geschah der kulturelle Austausch wie von alleine.

Christoph Voellmy
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Stadtkirchenfest Aarau
7 Bilder
Auch eritreische Spezialitäten werden serviert
Geduldig warten die Kinder auf das Kommando den Fallschirm in die Höhe zu ziehen
Gemeinsam wird der Fallschirm in die Höhe geschleudert
Nach dem Gottesdienst werden Getränke und Speisen angeboten
Ein farbiges Spieltuch von den neugierigen Kindern begutachtet
Die Kinder trommeln taktvolle Rythmen

Stadtkirchenfest Aarau

Christoph Voellmy

Es war ein buntes Fest, dass Eritreer und Schweizer Christen zusammen organisierten und gemeinsam auf dem Kirchplatz feierten. Denn auch die eritreische Glaubensgemeinschaft nutzt die Stadtkirche jeden Sonntag für ihren Gottesdienst. Unter dem Motto «Auf Augenhöhe begegnen» luden sie darum zum Fest auf dem Kirchplatz und zu zwei unterschiedlichen Gottesdiensten in der Stadtkirche.

Der einheimische Gottesdienst am Morgen präsentiert sich zusammen mit dem Reutlinger Kirchenchor. Wie es der Zufall wollte, konnten die Musiker aus Deutschland nur an diesem Wochenende in die Schweiz reisen. Durch diese glückliche Fügung durfte das Publikum die reformierte Kantorei der Stadtkirche Aarau und die Reutlinger Kantorei in Kombination erleben. Pfarrerin Gabi Wartmann wies auf die musikalische Herausforderung hin: «Der Reutlinger Chor sang vom Lettner und der Aarauer Chor vis-à-vis auf der Empore. Diese Positionierung der Musiker ist eine grosse Herausforderung, die sehr gut gemeistert wurde.»

Keine Berührungsängste

Nach dem Gottesdienst gabs vor der Kirche Würste vom Grill und eritreische Spezialitäten. Beim gemütlichen Beisammensein geschah der kulturelle Austausch wie von alleine. Vor allem die Kinder kannten überhaupt keine Berührungsängste. Am Nachmittag luden die Eritreer zu ihrem Gottesdienst, der einen spannenden Einblick in ihre Kultur bot. Die beiden Gottesdienste standen in starkem Kontrast zueinander. Doch beide rührten auf ihre ganz eigene Art die Besucher. Die ökumenische Zusammenarbeit habe ihr Ziel aber noch nicht erreicht, wie Gabi Wartmann erklärt: Für das nächste Jahr ist ein Integrationsprojekt geplant, das eritreischer Religionsunterricht und Deutschkurse miteinander verbinden soll. «Damit wir noch näher zusammenrücken und gemeinsam die Zukunft planen können.»