Aarau
Stadtentwickler touren durch Aaraus Quartiere, um den Puls der Bevölkerung zu fühlen

Stadtrat Lukas Pfisterer tourt derzeit mit Aaraus Stadtentwicklern durch die Aarauer Quartiere, um die revidierte Bau- und Nutzungsordnung vorzustellen. Nun waren sie im Gönhard zu Gast, um den Puls der Bevölkerung zu fühlen.

Nadja Rohner
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Die Gartenstadt soll sich zwar weiterenwickeln, die Qualitäten der Quartiere sollen aber erhalten bleiben. KUS

Die Gartenstadt soll sich zwar weiterenwickeln, die Qualitäten der Quartiere sollen aber erhalten bleiben. KUS

Sabine Kuster

Derzeit tourt Stadtrat Lukas Pfisterer mit den Projektleitern der Stadtentwicklung durch die Aarauer Quartiere, um die revidierte Bau- und Nutzungsordnung (BNO) vorzustellen und auf das laufende Mitwirkungsverfahren hinzuweisen.

Am Dienstagabend machte die Roadshow Halt im Gönhard-Quartier. Hier, in der Gartenstadt, will man nicht allzu progressiv entwickeln.

Gleich zu Beginn schilderte Kurt Schneider, Leiter Stadtentwicklung, den Zielkonflikt in diesem «schönen und beliebten Quartier»: «Wir wollen die Qualität halten, aber auch eine Weiterenwicklung zulassen.»

Dazu setzten die Planer auf drei Instrumente: eine Grünflächenziffer, definierte maximale Gebäudelängen und Bestimmungen zu Hecken und Gartenmäuerchen.

Wie viel Grün braucht es?

Die Quartiere Gönhard, Goldern und Zelgli sind grösstenteils in die Zonen «Gartenstadt A» und «Gartenstadt B» unterteilt. Der Unterschied liege im Erscheinungsbild, erklärt Kurt Schneider.

In der Zone A sei die Qualität der Bausubstanz tendenziell höher, die Bäume imposanter und älter – kurz: Die Zone A ist schützenswerter als die Zone B.

Deshalb soll für die Zone A neu eine verbindliche Grünflächenziffer von 0,45 eingeführt werden. Bisher gibt es lediglich eine Grünflächenziffer von 0,6 als unverbindliche Richtlinie, die der Stadtbildkommission als Beratungsgrundlage dient, aber für den Grundeigentümer nicht rechtsverbindlich ist.

In der Diskussion stellten die Einwohner diese Ziffer infrage – warum man sie denn nicht bei 0,6 belassen könne, man wolle keine Asphaltwüste. Kurt Schneider: «Ein Grund liegt in der neuen, strengeren Messweise der Grünfläche. Es hat sich aber auch gezeigt, dass eine Grünflächenziffer von 0,6 bei den heutigen Platzverhältnissen fast nicht mehr einhaltbar ist.»

Neu sollen für die Gartenstadt maximale Gebäudelängen definiert werden; in Zone A 20 m, in Zone B 22 m. «Für die wenigen Gebäude, die heute diese Messwerte überschreiten, gilt natürlich Besitzstandgarantie», hält Stadtrat Pfisterer fest. Dies gab an der Infoveranstaltung keinen Anlass zur Diskussion.

Auch das neue Bauinventar – es listet rund 300 Gärten und Gebäude mit besonderem Wert auf – nahmen die rund 60 Anwesenden bloss zur Kenntnis. In der Diskussionsrunde kamen dafür die Gartenmauern und Hecken zur Sprache.

Auf diese wird in der neuen BNO Wert gelegt, um die für die Gartenstadt typische, deutlich sichtbare Abgrenzung zwischen Gärten und Strassen zu erhalten.

«Bauherren müssen eine bestimmte Anzahl Parkplätze pro Wohnfläche erstellen, gleichzeitig sollen die Mäuerchen erhalten bleiben. Wie soll das gehen?», fragte ein Diskussionsteilnehmer.

Planer Schneider und Stadtrat Pfisterer zeigten auf, dass die neue BNO dies berücksichtigt: «Je näher am Stadtzentrum, desto weniger Parkplätze muss und darf man bauen», sagte Pfisterer. «Unter Umständen braucht es sogar gar keine, wenn man nachweisen kann, dass man kein Auto braucht.»

Die Gartenstadtbewohner setzten sich in der Diskussion stark dafür ein, dass ihr Quartier möglichst in zehn Jahren noch so aussehe wie heute: sehr grün, mit vielen Bäumen, ohne allzu moderne Neubauten. Das sei im Grundsatz auch so gedacht, sagte Stadtrat Pfisterer. Er wies aber auch darauf hin, dass man Bauherren nicht bis ins letzte Detail vorschreiben wolle, was sie zu bauen und zu pflanzen haben.

Das Mitwirkungsverfahren zur revidierten Bau- und Nutzungsordnung läuft bis Ende September.

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