Die Liegenschaften an der Erlinsbacherstrasse, die im Zusammenhang mit der Kraftwerkserneuerung abgebrochen werden, entsprechen nicht heutigen Vorstellungen und Anforderungen an Mietwohnungen. Dass die Liegenschaften aber bewusst vernachlässigt worden seien, sei nicht richtig, sagte Stadtammann Marcel Guignard, als er im Einwohnerrat eine Anfrage von Lotty Fehlmann Stark und Jürg Knuchel (SP) beantwortete. Es lägen keine diesbezüglichen Reklamationen vor. Wegen des niedrigen Standards profitierten die Mieter von günstigen Mietzinsen.

Guignard wies darauf hin, dass die IBAarau die Wohnungen mit sehr langen Fristen gekündigt hat. Jene Mieter, die näher zum Kraftwerk liegen und deren Häuser für die Bauinstallation benötigt werden, müssen bis Ende März 2014 ausziehen. Die übrigen Mieter müssen ihre Häuser bis zum 30. September 2015 verlassen. Alle Mieter können, so Stadtammann Guignard, ihre Verträge mit einer Kündigungsfrist von 30 Tagen auf jedes Monatsende kündigen.

Die IBAarau habe dem Stadtrat im letzten Sommer ein Umzonungsbegehren unterbreitet, erklärte Guignard. Die IBA habe im gleichen Zug auch eine Aufzonung beantragt. Der Stadtrat wollte damals nicht abschliessend dazu Stellung beziehen. Er empfahl gemäss Guignard eine Testplanung, aufgrund der alle Interessen abgewogen werden könnten. Diese Testplanung ist in Vorbereitung. Die Resultate sollen bis Herbst 2013 den Anwohnern und interessierten Kreisen vorgestellt werden. Guignard: «Was im fraglichen Raum, der auch eine Grünzone und eine Uferschutzzone einschliesst, baulich möglich ist, wird mit dieser Testplanung geprüft.»

Da die IBAarau ihre Handlungsfreiheit behalten will, wird sie das Areal in ihrem Eigentum behalten. Die neuen Mietwohnungen sollen laut Guignard «für einen breiten Kreis der Bevölkerung erschwinglich sein und eine gesunde Durchmischung von Familien und älteren Bewohnern zulassen».

Nach den Schlichtungsverhandlungen hatten sich drei der 20 Parteien die Option des Rechtsweges offen gehalten. Beim Bezirksgericht sind aber keine Klagen eingereicht worden, sodass die Urteile der Schlichtunsgbehörde mit der einmaligen Mieterstreckung in Kraft ist.