Entgegen dem Antrag des Stadtrates entschied sich an der letzten Wintergmeind der Aarauer Ortsbürger eine deutliche Mehrheit für ein neues Vorgehen bei der Landabgabe im östlichen Scheibenschachen. Auf drei der verbliebenen Lose will sie selber in den Wohnungsbau investieren. Diese Anlage verspricht langfristig eine bessere Wertschöpfung als ein Verkauf.

Die zwei Grundstücke südlich der Aarenaustrasse sollen im Baurecht an Investoren abgegeben werden. Interesse hat laut dem Stadtrat – geeignete Projekte vorausgesetzt – die Einwohnergemeinde Aarau.

Die Konditionen für einen solchen Handel und insbesondere auch der Landpreis sollen im Rahmen von Verhandlungen der Baurechtsverträge festgelegt werden. Und natürlich braucht es dazu auch noch den politischen Entscheid des Einwohnerrates und des Volkes, der Ende des laufenden oder anfangs des kommenden Jahres anstehen dürfte.

Stadt verlangt einen Kredit dafür

Für die Umsetzung der neuen Ausgangslage verlangt der Stadtrat von den Ortsbürgern nun einen Kredit über 400 000 Franken, zu dem die Sommergmeind am 10. Juni im Roggenhausen Stellung nehmen kann.

Die Behörde hält sich an das gleiche Verfahren, das bereits bei den ersten drei Parzellen angewandt wurde. Vorgesehen ist wiederum ein zweistufiges Vorgehen unter Gesamtleistungsanbietern, das bis zum schlüsselfertigen Bau führen soll.

Zusätzliche 85 000 Franken für die Vorbereitung und Bereitstellung der Unterlagen können laut Stadtrat aus der Laufenden Rechnung unter dem Konto «Landabgabe Scheibenschachen» verbucht werden.

Wie teuer der Aufwand für die Reinvestition die Ortsbürgergemeinde zu stehen kommen wird, ist ungewiss, man rechnet mit mindestens dreissig Millionen Franken. Über die konkreten Bauprojekte und die Kreditanträge wird selbstredend die Gemeindeversammlung entscheiden.

Die Realisierung der gesamten Überbauung in der Aarenau erfolgt in Etappen. Drei Wohnbauten sind am Entstehen, zwei weitere sollen in den Jahren 2015/16 realisiert werden, darunter jene auf der Parzelle mit dem unter Denkmalschutz stehenden Schützenhaus. Die dritte Etappe ist für 2017/18 vorgesehen, die letzte dürfte in die Jahre 2018/19 fallen.

Die weiteren Traktanden

Zu befinden hat die Sommer-gmeind am 10. Juni auch über einen Kredit von 1,22 Millionen Franken für zwei Erweiterungsbauten an der Liegenschaft Blumenhalde mit dem Zentrum für Demokratie. Da kommt die Kostenunterschreitung von sagenhaften 928 000 Franken in der Bauabrechnung für die Erschliessung der Aarenau gerade recht. Einen weiteren Minderaufwand (knapp 30 000 Franken) gab es auch bei der Sanierung der Remise vor dem Haus zum Schlossgarten.

Die Rechnung 2012 schliesst mit einem Gewinn von 565 000 Franken (budgetiert waren ein solcher von 328 000) ab. Zudem flossen knapp
6 Millionen Franken aus dem Verkauf einer Parzelle in der Aarenau in die ortsbürgerliche Kasse.