Aarau

Stadt hilft Jugendlichen wohl doch bei der Suche nach freien Räumen

Mit Reissnadeln markieren die Jugendlichen auf der Karte jene Orte in Aarau, an welchen sie sich oft aufhalten: Es sind nicht viele.Nina Amann

Mit Reissnadeln markieren die Jugendlichen auf der Karte jene Orte in Aarau, an welchen sie sich oft aufhalten: Es sind nicht viele.Nina Amann

Ein konkretes Konzept für Jugendkultur gibt es in der Stadt Aarau nicht. Die Leiterin der Kulturstelle Aarau möchte aber eine Liste mit allen Räumen erstellen, welche temporär zwischengenutzt werden könnten.

Das «Wenk» ist neu für über 16-Jährige geschlossen, die «Kettenbrücke» geht bald zu, der Verein der Altstadtbewohner Aarau will ab Mitternacht Ruhe.

«Es gibt Diskussionsbedarf», fasst Antonio Mazzocco die Ausgangslage am Mittwochabend zusammen.

Er hat mit vier anderen im Jugendkulturhaus Flösserplatz eine offene Runde organisiert, in welcher sich Jugendliche zum Thema «Jugendkultur und Freiräume in Aarau» äussern konnten.

Mazzocco fragt sich: «Will oder kann die Stadt sich nicht für die Jugendkultur einsetzen? Was kann die Jugend selber tun, um sich im öffentlichen Raum mehr Platz zu schaffen?»

Nun sitzen ein Dutzend Jugendliche zusammen mit Vertretern der Stadt, der Jugendarbeit und des Jugendkulturhauses «Flösserplatz» an einem Tisch.

Auf dem Tisch: eine Karte von Aarau. Mit Reissnägeln markieren sie jene Plätze, an welchen sie sich oft aufhalten.

Viele sind es nicht: Altstadt, Aare, KiFF, Flösserplatz.

Dass es in Aarau nicht mehr Orte für Jugendliche gibt, könnte daran liegen, dass die Stadt kein Jugendkulturkonzept hat.

Melanie Morgenegg von der Kulturstelle Aarau bestätigt das: «Die Stadt unterstützt zwar Jugendangebote, aber einen konkreten Auftrag für Jugendkultur haben wir nicht.»

Temporäre Nutzung von Räumen

«Neben dem Wenk sind wir der einzige Jugendkulturort der Stadt», sagt auch Frank Fischer vom «Flössi».

Das bringt die Jugendlichen ins Grübeln. «Wäre es nicht eine Chance für die Stadt, zu steuern, wo Raum für Jugendliche entsteht?», fragt einer.

«Unser Ziel ist eine Liste mit allen freistehenden städtischen und privaten Liegenschaften zu erstellen, welche temporär zwischengenutzt werden könnten», bestätigt Morgenegg. Versprechen könne sie aber nichts.

«Es werden nur wenig Gesuche gestellt», sagt sie. Darum sollen die behördlichen Hürden reduziert werden. Und sie appelliert an die Jugendlichen: «Habt mehr Mut und Selbstvertrauen, an Kultur heranzugehen.» Das ist das Ziel der Jugendlichen: Die gesammelten Ideen sollen in der nächsten Runde konkretisiert werden.

Nächste Diskussionsrunde 22. Mai, 20 Uhr im Jugendkulturhaus Flösserplatz

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