Übergabe
Stadt Aarau verkauft nicht mehr benötigte Hochwasser-Schläuche

Die Stadt Aarau ist ihre Beaver-Hochwasserschläuche los. Die Gebäudeversicherung kaufte sie und schenkte sie gleich dem Kantonalen Katastrophen Einsatzelement.

Hubert Keller
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Übergabe mit vereinten Kräften: (von rechts) Oberförster Christoph Fischer, Stadtpräsidentin Jolanda Urech und Norbert Kräuchi, Bau, Verkehr und Umwelt.

Übergabe mit vereinten Kräften: (von rechts) Oberförster Christoph Fischer, Stadtpräsidentin Jolanda Urech und Norbert Kräuchi, Bau, Verkehr und Umwelt.

Hubert Keller

Grossräte, Abteilungschefs, Kommandanten, Werkmeister, Förster, ein Divisionär, Materialwarte, Generalsekretäre und last but not least mit Marcel Guignard ein ehemaliger Stadtpräsident und mit Jolanda Urech eine aktuelle Stadtpräsidentin – das Aufgebot war gross und dem Anlass durchaus angemessen, ging es doch nicht mehr und nicht weniger darum, dass die Stadt ihre Beaver-Schläuche losbrachte.

«Gottlob d’ War ab!», nein, laut sagte das niemand, auch wenn Christoph Fischer, seines Zeichens Leiter der Ortsbürgergutsverwaltung, einräumte, dass die Stadt den Verkauf mit «grosser Hartnäckigkeit angestrebt» habe.

Die Stadt wäre nämlich auf einer Investition von 530'000 Franken sitzen geblieben, wenn nicht die Aargauische Gebäudeversicherung die praktisch neuen Beaver-Hochwasserschutzelemente abgekauft und gleich weiterverschenkt hätte, nämlich dem Kantonalen Katastrophen Einsatzelement. Dessen Kommandant, David Bürge, war deshalb wohl der glücklichste der glücklichen Mannen und Frauen, die am Donnerstag bei herrlichem Sonnenschein die Beaver-Übergabe im Zeughaus Aarau feierten.

Ernstfall im Juni 2014

Natürlich hat die Sache einen durchaus ernsten Hintergrund. Die orangefarbene Schläuche musste die Stadt nämlich anschaffen, damit die Bauparzellen der Ortsbürgergemeinde im Scheibenschachen im Notfall vor den Fluten der Aare geschützt werden konnten.

In der Nacht vom 1. Juni 2014 kamen sie denn auch tatsächlich zum Einsatz. Am Philosophenweg rechtsufrig sowie auf der Aarestrasse im Scheibenschachen am anderen Ufer wurden die 750 Meter Beaver ausgelegt. Der Härtetest blieb dann aber doch aus, die Aare hielt sich knapp zurück.

Dass die Schläuche der Stadt nur eine beschränkte Zeit zur Verfügung stehen sollten, war schon klar, als der Einwohnerrat deren Kauf im November 2011 bewilligte. Nach dessen Fertigstellung stellt nämlich das Kraftwerk Rüchlig den Hochwasserschutz sicher.

Wie wichtig solche Hochwasserschutzelemente sind, machte Andreas Flückiger, Leiter der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz, deutlich. Er verwies darauf, dass durch den Aargau drei Viertel der Schweizer Flüsse fliessen. Dass also der Kanton regelmässig von Hochwasser betroffen ist, sei es in Aarau, Mellingen, Brugg oder Wallbach, verwundert nicht.