Aarau
Stadionprojekt: Bauherr und Einsprecher VCS nähern sich bei Verhandlungen an

Schleppend, aber stetig kommen die Verhandlungen ums neue Fussballstadion im Aarauer Torfeld Süd voran. Diskutiert wird auch die Nutzung des Stadion-Unterbaus. Der Aarauer Kinobetreiber Rolf Portmann zeigt sich interessiert.

Sabine Kuster
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Ein älteres Modell des Quartiers mit dem Stadion aus dem Jahr 2009. Burkard Meyer Architekten

Ein älteres Modell des Quartiers mit dem Stadion aus dem Jahr 2009. Burkard Meyer Architekten

Burkard Meyer Architekten

Drei Monate sind verstrichen seit den letzten Neuigkeiten zum Stadionbau im Torfeld Süd. Wo stehen die Verhandlungen heute? Die Antwort der Bauherrin, der HRS Real Estate AG, ist fast die selbe wie bisher: «Aktuell sind wir immer noch in komplexen und konstruktiven Verhandlungen mit dem VCS.

Sobald die Baubewilligung ausgestellt wurde, werden wir weiter informieren.» Doch alle Beteiligten betonen das Wort «konstruktiv». VCS-Geschäftsführer Micha Siegrist sagt: «Wir sind immer noch am Verhandeln. Es ist konstruktiv und geht voran.»

Stadion: Welches Kino zieht ein?

Damit das Stadion rentiert, muss der Bau auch anderweitig genutzt werden. Der Einwohnerrat hat 2011 zwar die polysportive Mantelnutzung aus der Planung gekippt. Doch zumindest ein Supermarkt und ein Kino sollen einziehen, vielleicht auch ein Fitnesscenter. Welcher Kinobetreiber sich niederlässt, ist noch nicht klar.

Angefragt wurde der Aarauer Kinobetreiber Rolf Portmann, sowie Kinoanbieter Pathé Suisse. Brian Jones von Pathé Suisse sagt aber: «Die Antwort ist Nein. Wir haben andere Projekte, die im Konflikt mit einem Kino in Aarau stehen würden.»
Und Rolf Portmann? Der Aarauer sagt: «Ich bin daran interessiert und prüfe das.» Klar ist: Für Portmann wäre es heikel, bekäme ein anderes Kino den Standort. Dann müssten beide Kinos das populäre, lukrative Standardprogramm bieten, um überleben zu können. Alternative Filme würden dann in Aarau einmal mehr bloss im Freien Film gezeigt. (kus)

Auf der Zielgeraden?

Auch seitens der Stadt spricht Stadtrat Lukas Pfisterer, der neu für den Hochbau zuständig ist, von «konstruktiven Gesprächen». Sind HRS und Einsprecher VCS also auf die Zielgerade eingebogen? Die Hürden scheinen nicht mehr hoch. Die Anwälte von HRS und VCS haben sich getroffen, ein Gespräch mit der Stadt Aarau fand im Januar statt.

Stadtrat Pfisterer wartet nun auf die Ergebnisse der Schlussverhandlungen. Als nächster Schritt folgt danach der Einsprache-Entscheid der Stadt Aarau – sie entscheidet, ob das Baugesuch bewilligt werden kann oder nicht.

Entscheid nicht in den nächsten Wochen

Kommt die Baubewilligung noch in diesem Monat? Oder im März? Schliesslich schrieb HRS im November, man rechne mit einem Entscheid in der 1. Hälfte des Quartals 2014. Lukas Pfisterer schürt keine Hoffnungen. Er sagt: «Die Baubewilligung kommt in diesem Monat nicht mehr, und im nächsten vermutlich auch nicht.» Das sei aber nicht aussergewöhnlich, sondern der normale Ablauf.

Bloss sei das Dossier sehr umfangreich: «Es umfasst mehrere Bundesordner», sagt Pfisterer. Er hat sich Stück für Stück eingelesen in die Gutachten über Erschliessung, Umwelt, Parkplätze und Nutzung. «Es stellt an alle höchste Anforderungen.» Pfisterer hat das Dossier von alt Stadtammann Marcel Guignard übernommen.