Aarau

Stadion-Vermietung hält den Rennverein über Wasser

Grossanlässe wie das Open Air Kino finden im Reiterstadion statt.

Der Rennbetrieb in Aarau ist eine finanzielle Gratwanderung. Der Aargauische Rennverein finanziert sich hauptsächlich mit dem Erlös aus Fremdvermietungen des Reiterstadions.

Die Organisation und Durchführung von Pferderennen ist ein hartes Brot. Standen in den 1980er-Jahren die Geldgeber noch Schlange, so ist das Sponsoring-Umfeld heute eng und schwierig geworden. Umso erfreulicher ist es, dass der Aargauische Rennverein (ARV) auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken kann und laut Präsident Bruno Vogel auch 2016 vier Turf-Sonntage im Reiterstadion Schachen gesichert sein dürften. Dass man dabei auch auf die Unterstützung der öffentlichen Hand, Kanton und Stadt, zählen darf, zeigt die Tatsache, dass mit Marco Hardmeier der Präsident des Grossen Rates an der Generalversammlung teilnahm.

Trotzdem ist der Rennbetrieb in Aarau nach wie vor eine finanzielle Gratwanderung, die von verschiedenen Faktoren abhängig ist, nicht zuletzt vom Wetter. Im vergangenen Jahr hatte man Glück und vermochte immerhin 30 000 Zuschauerinnen und Zuschauer in den Schachen zu locken. So konnte Finanzchef Charly Säuberli eine fast ausgeglichene Rechnung präsentieren. Das erfreuliche Resultat kam nicht zuletzt deshalb zustande, weil im letzten Jahr die zweite Tranche einer Erbschaft noch einmal 152 000 Franken in die Kasse des Rennvereins spülte.

Über Wasser hält sich der ARV aber hauptsächlich mit dem Erlös aus Fremdvermietungen des Reiterstadions (AMA, Open-Air-Kino, private oder Firmenanlässe), die mit 180 000 Franken pro Jahr einschenken.

Neuer Platzwart für Rennbahn

Der ARV ist aber nicht nur finanziell, sondern auch personell wieder gut aufgestellt. Mitte des letzten Jahres übernahm Béatrice Kovacs das Amt einer Geschäftsführerin, das auch die Sparten Sponsoring und Rennbetrieb einschliesst. Pensioniert wurde Ende 2015 Platzwart Beat Blank, der diese Funktion 24 Jahre lang zur grössten Zufriedenheit ausgeführt hatte. Er erhielt von Präsident Bruno Vogel die wohl verdiente Ehrenmitgliedschaft verliehen und wird weiterhin im Wärterhaus am Eingang zur Rennbahn wohnhaft bleiben.

Blanks Nachfolger, Hansruedi Bertschi aus Bottenwil, hat seine Arbeit bereits aufgenommen.

Nächster Renntag: 22. Mai

Bertschi wird zusammen mit einem Team aus freiwilligen Helfern dafür sorgen, dass sich die Bahn und die gesamte Anlage am ersten Rennsonntag, am 22. Mai, im besten Zustand präsentiert. Als Hauptevent steht dannzumal der Grosse Preis des Kantons Aargau auf dem Programm. Am 5. Juni folgt dann der traditionelle Frühjahrs-Preis, ein Trabrennen, das die Aarauer Gewerbetreibenden finanzieren.

Im Herbst kommt es zu den klassischen Aarauer Höhepunkten mit der Meisterschaft der Traber (am 4. September) und dem Grossen Preis der Schweiz (am 11. September), der von der Firma Jura Cement gesponsert wird.

Dass Rennsportbegeisterte auch Sinn für Humor haben, bewies der Applaus für die Slam-Poetin Patti Basler, die mit Ausschnitten aus ihrem Programm «Wort und Schrift» für beste Unterhaltung sorgte. (HR)

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