Buchs
Stadion und Dorfkern: So soll das Dorf im Jahr 2040 aussehen

Der Gemeinderat schickt ein wegweisendes Dokument in die Vernehmlassung. Damit möchte man darstellen, wie das Dorf in 25 Jahren aussehen kann.

Nadja Rohner
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«Die Aarauerstrasse wirkt heute wenig gepflegt», heisst es im neuen Raumentwicklungskonzept. Das soll sich bald ändern.

«Die Aarauerstrasse wirkt heute wenig gepflegt», heisst es im neuen Raumentwicklungskonzept. Das soll sich bald ändern.

Chris Iseli

Wie soll Buchs in 25 Jahren aussehen? Bisher brauchte man für die Beantwortung dieser Frage eine Kristallkugel. Nun reicht ein Blick ins neue Raumentwicklungskonzept, das der Gemeinderat in die Vernehmlassung gegeben hat. Das vom Städtebauatelier Wehrlin erstellte Konzept ist nicht behördenverbindlich, aber es dient als Leitfaden für die Dorfgestaltung – also sowohl als Grundlage für die anstehende Ortsplanungsrevision als auch für konkrete Bauvorhaben. Die az stellt die Themen vor:

Die Bevölkerung

Eine zentrale Frage lautete: Wie viele Buchser soll es bis ins Jahr 2040 geben? 10 500, prognostiziert der Kanton. Das entspräche einem Wachstum von 35 Prozent. Für das Entwicklungskonzept hat die Gemeinde auch ein wesentlich schwächeres und ein deutlich stärkeres Wachstum in Betracht gezogen – und bleibt doch bei der Kantonsprognose. «Das ist mit der angestrebten Verdichtung nach innen und der Erschliessung der Hunzikermatte realistisch», sagt Gemeindeammann Urs Affolter. Die 6,7 Hektaren grosse Hunzikermatte ist die bedeutendste Siedlungsreserve. «Wollten wir stärker wachsen, würde das den Druck auf die Gartenstadtquartiere erhöhen», so Affolter. Gerade dort will man aber zurückhaltend verdichten. Für ein Wachstum über 35 Prozent «müsste zusätzlich das Steinfeld überbaut werden». Dieses ist heute Landwirtschaftsland und wurde im Kantonalen Richtplan nicht als zusätzlicher Entwicklungsschwerpunkt Wohnen ausgeschieden – eine Überbauung ist deshalb sehr ferne Zukunftsmusik. Hauptsächlich soll Buchs also verdichtet werden. Das ist auch nötig, denn bisher ist die Wohndichte eher tief.

Die zentrale Achse

Die Aarauerstrasse wirkt heute «wenig gepflegt», hält das Konzept unverblümt fest. Sie soll ein ganz neues Gesicht erhalten. Sie wird als belebtes Zentrum baulich verdichtet, wobei die Erdgeschosse «durchgehend öffentlichkeitsbezogen» sein sollten. Der Kanton hat zusammen mit der Gemeinde ein Betriebs- und Gestaltungskonzept erarbeitet, welches hier einen Mehrzweckstreifen in der Mitte vorsieht, zudem Bepflanzung und eine ansprechendere Gestaltung. Parkiert wird weniger entlang der Strasse dafür vermehrt in Tiefgaragen.

Der Dorfkern

Er befindet sich im Mitteldorf und beim östlichen Brückenkopf der Suhre. Viele Gebäude sind erneuerungsbedürftig oder müssen ersetzt werden – dabei soll der Dorfkerncharakter erhalten bleiben. Ganz wichtig ist auch der Neubau beim Bärenplatz. «Ein Investor aus der Region ist gefunden», sagt Urs Affolter. «Er hat uns ein markgerechtes Angebot unterbreitet. Das entsprechende Einwohnerratsgeschäft wird am 19. Oktober behandelt.»

Die Gewerbegebiete

Im 2015 verzeichnete Buchs bei den Unternehmenssteuern aber einen massiven Einbruch – auch durch Wegzüge von Firmen. Diese Lücken will der Gemeinderat wieder füllen. Im brachliegenden Areal Lostorf könnte sich ein grösserer Gewerbebetrieb ansiedeln. Verdichtungsmöglichkeiten ergeben sich bei der Rösslimatte. Auch das Gewerbegebiet Neubuchs kann verdichtet werden. Verkaufsnutzung ist dort nicht erwünscht, auch sollen südlich der Bahnlinie keine weiteren Logistikbetriebe entstehen. Zur Erinnerung: Die TNT Swiss Post plant einen Neubau östlich der Neubuchsstrasse, der in den nächsten Jahren umgesetzt wird. Ihr bisheriger Standort westlich der Neubuchsstrasse gehört der Lagerhäuser Aarau AG, die sich dort mindestens «im Rahmen der Besitzstands- und Erweiterungsgarantie entwickeln wird», so Urs Affolter.

Der Grünraum

Buchs ist heute schon überraschend grün, das stellt auch der Ammann fest. Und es soll noch grüner werden. Der Raum Suhre, im Konzept als «grünes Rückgrat» bezeichnet, soll – mit den Nachbargemeinden koordiniert – weiterentwickelt werden. Im Rahmen der künftigen Bebauung von Hunzikermatte und Steinfeld soll eine grüne Querachse zwischen Gönhard und Suhrhard geschaffen werden. Insbesondere die Lenzburgerstrasse, die Rohrerstrasse und die Aarauerstrasse werden mit hochstämmigen Strassenbäumen aufgewertet, ebenso das Mitteldorf. Die grünen Gartenstadtquartiere bleiben erhalten, hier soll die Verdichtung zurückhaltender verfolgt werden.

Die Quartiere

In jedem Viertel soll es einen zentralen Quartierplatz als Treffpunkt geben. Im Torfeld ist das der Knoten Heinrich Wehrli-Strasse-Webereiweg-Juraweg. Beim Kindergarten Triesch im Nordosten sind die Voraussetzungen bereits geschaffen. Im Südwesten muss so ein Zentrum erst noch entstehen – ebenso im Südosten, zusammen mit der Entwicklung der Hunzikermatte. Die Quartierstrassen sollen Tempo-30-Gerecht gestaltet werden. Wichtig ist auch eine schöne Vorgartengestaltung – als schlechtes Beispiel wird im Konzept der Amsleracherweg aufgeführt.

Das Stadion

Unmittelbar vor den Toren Buchs’ soll das neue FC Aarau-Stadion hin – wenn es denn kommt. Persönlich finde er klar, dass die Region ein solches Stadion brauche, sagt Affolter. Für die Entwicklung der Gemeinde Buchs spiele das eigentliche Stadion aber weniger eine Rolle als die Mantelnutzung, die Bautätigkeit im Aarauer Torfeld Süd und die neue WSB-Haltestelle. «Besonders die Untere Torfeldstrasse kann dadurch einen Entwicklungsschub erfahren», hält auch der Bericht fest.

Und Hochhäuser?

Höhere Häuser (bis 8 Geschosse und 25 Meter) oder sogar Hochhäuser (alles darüber) sind in Buchs nur an wenigen Orten denkbar: im Torfeld und in der Hunzikermatte sowie im Wynenfeld (Industriebauten).