Aarau

Stadion: Irgendwo auf der Kantonsverwaltung könnte ein Beschwerdebrief liegen

So soll das neue Fussballstadion in Aarau aussehen.

So soll das neue Fussballstadion in Aarau aussehen.

Das Warten auf die definitive Rechtskraft für das Aarauer Fussballstadion dauert an – weil der Kanton die Rechtskraft noch nicht bestätigen will. Möglich nämlich, dass ein Beschwerdebrief noch bei der falschen Abteilung liegt.

Drei von vier möglichen Einsprechern haben auf eine Beschwerde gegen die Stadion-Bewilligung verzichtet, ein einziger Einsprecher ist noch übrig.

Ende Mai hatte die Stadt die Baubewilligung erteilt, die Beschwerdefrist dauert 30 Tage. Weil eine Beschwerde aber auch mit B-Post aufgegeben werden kann, wollte Marcel Bolz, Leiter Rechtsdienst des Regierungsrates, letzte Woche noch keine vorschnellen Zusicherungen geben und vertröstete auf diesen Montag (az vom 3. Juli).

Doch auch jetzt hütet er sich vor einer verbindlichen Aussage: «Bis heute ist keine Beschwerde bei uns eingegangen», sagte er gestern auf Anfrage.

Der Unsicherheitsfaktor

Damit sei die Wahrscheinlichkeit eines Weiterzugs sehr klein, aber nicht gänzlich auszuschliessen. Der Unsicherheitsfaktor: Gemäss dem Verwaltungsrechtspflegegesetz ist nicht das Versanddatum fristauslösend, sondern das Empfangsdatum.

Weil Empfängern eine siebentägige Frist bleibt, um einen eingeschriebenen Brief abzuholen, verschiebt sich auch der Fristablauf nach hinten. Ein weiterer Punkt: Beschwerden können irgendwo auf der kantonalen Verwaltung eingereicht werden.

Bis die Beschwerde bei der richtigen Abteilung landet, kann es auch einige Tage dauern. «Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, aber bevor wir diese Faktoren nicht ausschliessen können, will ich keine verbindliche Zusicherung geben», so Bolz.

Das lange Warten spannt auch Stadtrat Lukas Pfisterer auf die Folter: «Ich bin wahnsinnig gespannt, aber mit jedem Tag steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Baubewilligung rechtskräftig wird.»

Ein konkretes Datum, wann ein Weiterzug ausgeschlossen werden kann, wollen weder Bolz noch Pfisterer nennen. «Sollte aber per Ende Woche nichts eintreffen, gehen wir davon aus, dass die Bewilligung rechtskräftig ist», so Pfisterer.

Der mögliche Einsprecher wollte auch auf erneute Anfrage nicht sagen, ob er Beschwerde eingelegt hat oder nicht. (ksc)

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