Aarau
SRF über «Bestatter» -Drehort: «Aarau stellt die moderne Schweiz dar»

«Der Krimi hat einen Nerv getroffen.» Das weiss das Schweizer Fernsehen über den Krimi «Der Bestatter» und hat nun entschieden, die TV-Krimiserie weiterzuführen.

Stefan Künzli
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Mike Müller spielt den skurrilen Bestatter Luc Conrad.

Mike Müller spielt den skurrilen Bestatter Luc Conrad.

Sava Hlavacek

«Der Bestatter ist beim Publikum hervorragend angekommen, er hat einen Nerv getroffen», sagt Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion bei SRF, zur Nordwestschweiz. Die Geschäftsleitung von SRF hat deshalb beschlossen, den Schweizer Krimi fortzusetzen.

Nach wie vor dürfen die konkreten TV-Quoten nicht bekannt gegeben werden, gemäss Fitze sind sie aber «deutlich über dem Schnitt für diesen Sendeplatz». Das heisst: «Der Bestatter» hat in der ersten Staffel deutlich besser abgeschnitten als die eingekauften deutschen Krimis. Die erste Folge wurde zum Beispiel mehr als 40000 mal im SRF-Player heruntergeladen. «Das ist aussergewöhnlich viel», sagt Fitze.

Kommt bei den Jungen an

Überrascht war SRF vor allem von den positiven Reaktionen in den Online-Foren und den elektronischen Medien. Denn in der Regel werden SRF-Sendungen dort eher bitterbös und hämisch kommentiert. Für Fitze ein Indiz, dass der Schweizer Krimi auch bei einem jungen und urbanen Publikum ankommt. «Die traditionellen Dienstags-Krimifans haben den Bestatter akzeptiert, dazu konnte er ein neues, junges Publikum gewinnen», sagt Fitze, «insgesamt hat der Schweizer Krimi unsere Erwartungen weit übertroffen».

Ab Juni wird die zweite Staffel mit sechs Folgen gedreht, die dann Anfang 2014 gezeigt werden sollen. Markus Fischer wird Produzent. «Wir sind gut vorbereitet und haben uns schon seit einem Jahr Gedanken gemacht, wie die Krimiserie weiter gehen könnte», sagt Fitze. Hauptdarsteller Mike Müller erwartet in diesem Jahr aber ein dichtes Programm. «Der Dreh passt ganz knapp in die Sommerpause von Juni bis Anfang Oktober bei Giacobbo/Müller», sagt er.

Besseres Drehbuch

Als Drehbuchautoren sind erfahrene Autoren wie Dominik Bernet, Claudia Pütz und Katja Früh bestimmt; sie waren schon in Aarau und haben Ideen gesammelt. «Die Geschichten für die sechs Folgen stehen», sagt Fitze. Beim Drehbuch will sich die Crew verbessern. «In der ersten Staffel waren zum Teil die Figuren zu wenig stark ausgearbeitet», sagt er selbstkritisch, «wir wollen diesmal mehr Zeit in die Entwicklung der Bücher investieren, damit die Figuren mehr Konturen und Tiefe erhalten.» Er ist überzeugt, dass die zweite Staffel «erzählerisch dichter» sein wird.

Die Story verraten will Fitze nicht. Zu den einzelnen Fällen wird es aber wieder eine durchgehende «Backstory» geben. Dazu wird eine noch unbekannte neue Hauptfigur eingeführt, die die Arbeit sowie das Privatleben der Protagonisten Luc Conrad und Anna-Maria Giovanoli durcheinanderwirbeln wird.

Mehr Aarauer Lokalkolorit

«Aarau als Krimiort war eine bewusste Wahl», sagt Fitze, «die Stadt stellt die moderne Schweiz dar.» Aus Kostengründen wurde die erste Staffel aber oft in Zürich gedreht. «Das haben wir sehr bedauert», sagt Fitze, «wir sind deshalb bestrebt, in der zweiten Staffel mehr Aarauer Lokalkolorit einfliessen zu lassen.» Eine Folge spielt zum Beispiel im Kantonsspital Aarau. Die Crew hat auch schon eine Vertretung des Kantons Aargau getroffen, die Hilfe und Unterstützung bei der Suche und Miete von möglichen Drehorten zugesagt hat. «Wir suchen zum Beispiel eine alte, leerstehende Fabrik, in der wir die Polizeistation einrichten können», sagt Fitze.

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