Zugegeben: Es waren einige unfreiwillige Bauchklatscher und Rückenlandungen dabei. Glücklicherweise landeten die Turner aber im Wasser. Beim sogenannten Waterings-Wettbewerb schwangen die Teilnehmer und eine Teilnehmerin an Ringen über die Aare und liessen sich mit atemberaubenden Abgängen in den 15-Grad kalten Fluss fallen. Für die Zuschauer vis-à-vis der Vogelinsel ein Spektakel. Auch vier Aargauer haben den aussergewöhnlichen Sport am Samstag ausprobiert.

«Es ist mega cool. Da man länger Zeit für den Abgang hat, kann man Dinge ausprobieren, die man sich sonst nie trauen würde», sagte Dani Boss vom TV Sulz. Der 22-Jährige hat das erste Mal bei einem Waterings-Contest mitgemacht. «Die Stimmung ist super. Ich fiebere richtig mit den anderen mit und freue mich, wenn eine aussergewöhnliche Übung klappt», sagt er. Nur die Wassertemperatur machte dem Sulzer etwas zu schaffen: «Zuerst merkt man es nicht so, aber beim Zurückschwimmen stellt es einem schon den kurz den Schnauf ab.»

Pflatsch! Waterings-Contest am Eidgenössischen Turnfest in Aarau

Pflatsch: Das ist der Waterings-Contest

Beim diesjährigen Waterings-Contest am ETF in Aarau müssen die Teilnehmenden nach dem Turnen an den Ringen möglichst akrobatisch im Fluss landen.

Den Atem hielt auch das Publikum an, das den Show-Wettkampf von vis-à-vis verfolgte. «Uuuh!», tönte es nach einem Ränzler, ein Raunen ging durch die Reihen. «Super!» und «läck!» hörte man nach einem geglückten drei- oder sogar vierfach-Salto. «So etwas habe ich noch nie gesehen», sagte Alfred Hoffmann aus Basel.

Normalerweise findet der Waterings-Contest in Montreux statt. Anlässlich des Eidgenössischen Turnfests sprangen die 22 Teilnehmer erstmals in die Aare. Nebst Dani Boss waren beim Einzelwettkampf am Samstag drei weitere Aargauer am Start: Nicola Christen, ebenfalls vom TV Sulz und Jan Müller und Raphael Banz vom TV Muri. Die 28-jährige Ramona Stöckli beobachtete die Übungen ihrer Murianer TV-Kollegen von den Zuschauer-Reihen aus. «Da wird einem richtig etwas geboten. Es macht Lust, selbst rein zu hüpfen», sagte sie.

Turnfest Aarau: der Waterings Contest aus der Luft

Der Waterings Contest aus der Luft

Noemi Schneider vom BTV Bern war die einzige Frau, die beim Einzel den Sprung ins kalte Wasser wagte. «Es ist das zweite Mal, dass ich an einem Waterings-Contest mitmache», sagte die 18-Jährige. Genau geplant habe sie die Übung im Voraus nicht. Nach dem Aufwärmen sagte sie: «Ich werde beim ersten Durchgang einen dreifach-Abgang und beim zweiten Mal einen doppelten gestreckten versuchen.» Angst vor einer Fehllandung hatte die junge Turnerin keine. «Ich mache gerne verrückte Dinge», so die Bernerin.