Der Aarauer Stadtrat schlägt dem Einwohnerrat vor, er möge an seiner November-Sitzung auf die so genannte polysportive Mantelnutzung unter dem geplanten Fussballstadion im Quartier Torfeld Süd verzichten.

Ein detailliertes Variantenstudium kommt zum Schluss: Egal, wie luxuriös die Sportflächen für Aarauer Vereine ausgebaut und betrieben würden: Die in einer Volksabstimmung im Februar 2008 bewilligten jährlichen 450 000 Franken für Mieten der Stadt an die Stadionbauerin HRS würden nie und nimmer reichen. Die Subventionen betrügen bis zu 1 Mio. Franken jährlich plus maximal 7 Mio. Franken für den Endausbau.

Diese bittere Erkenntnis ist dem Eingreifen des Einwohnerrats zu verdanken, der im August 2009 einem Planungskredit für den Mieterausbau seine Zustimmung verweigerte. Einer Parlamentsmehrheit passte nicht, dass sich nur der Verein Beachhalle und der Bürgerturnverein (BTV) für Volleyfelder und Leichtathletikanlagen interessierte. Mehr Breitensport und eine Turn- und Spielhalle, das wünschte sich der Einwohnerrat.

Für Schulsport zu weit weg

Der Stadtrat liess erneut die Vereine befragen, auch darüber, ob sie mitzahlen würden. 39 Vereine meldeten Bedarf an, vor allem für eine Dreifachhalle. Ihre in Aussicht gestellten Beiträge seien allerdings «bescheiden», so der Stadtrat in seinem Bericht. Sieben Varianten mit 5 bis 19 Sportarten wurden geprüft - keine rechnete sich. Selbst die Variante «Basis» mit den beiden ursprünglichen Vereinen würde die Stadt 788 000 Franken Jahresaufwand (Miete und Betrieb) und 3,865 Mio. Franken für den Mieterausbau kosten.

Die fünf Varianten mit Turnhalle kämen zwar der Schulraumplanung entgegen. Aber das Torfeld Süd sei «zu weit weg von einem städtischen Schulhaus», so die Einsicht des Stadtrats.

Immerhin: Dem BTV wird in Aussicht gestellt, ins Neubauprojekt der Schachenhalle integriert zu werden. Und die Beachvolleyballer können sich womöglich dem Skatecenter Rolling Rock anhängen. Dieses zieht in Erwägung, seinen Neubau nicht im Stadionmantel, sondern im Torfeld Nord zu bauen - und ersucht den Stadtrat um 950 000 Franken zinsloses Darlehen. Die Behörde will das Gesuch prüfen. Die anderen Vereine gehen leer aus. «Die übrigen (...) angemeldeten Einzelbedürfnisse werden (...) aus Spargründen nicht aktiv weiterverfolgt», steht im Bericht.

«Das Stadionprojekt wird durch die Variante ‹Verzicht› nicht gefährdet», beteuert der Stadtrat. Vizeammann Carlo Mettauer präzisiert auf Anfrage: «Wenn wir uns zurückziehen, dann wird die entsprechende Fläche einfach nicht gebaut.»