Aarau/Buchs

Sportschule verrechnet künftig mehr – müssen Eltern die Kosten übernehmen?

Das Schulgeld für Sportschüler an der Kreisschule Aarau-Buchs steigt. (Symbolbild)

Gemeinden ausserhalb der Kreisschule Aarau-Buchs, die Jugendliche in die dortige Sportschule schicken, werden künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Kreisschulrat hat am Donnerstag das Schulgeld für das kommende Schuljahr festgelegt und unter anderem beschlossen, dass neu der effektive Aufwand für die Sportschüler verrechnet und nicht mehr der gesamten Schule belastet wird. Unter anderem, weil es für die Sportschule (45 Schüler, davon 38 Auswärtige) eine eigene Administration und eine eigene Schulleitung gibt, steigt der Jahresbeitrag nun von pauschal 8500 Franken auf neu über 13'600 Franken pro Kopf. «Das ist sicher eine signifikante Erhöhung», sagte Schulpfleger Marco Salvini. Als «massiv» bezeichnete sie Vizekreisschulratspräsidentin Martina Suter, die zusammen mit den beiden anderen Aarauer FDP-Vertreterinnen Barbara Deucher und Nicole Lehmann einen Änderungsantrag eingereicht hatte: Demnach solle die Schulgelderhöhung etappiert über drei Jahre erfolgen. Das heisst: 9000 Franken für Bisherige und 11'000 Franken für Neue im kommenden Schuljahr. «Für uns steht im Vordergrund, dass die Sportschule bestehen bleiben kann», erklärte Martina Suter. Sie sei «ein Sternchen mehr» am «Leuchtturm Kreisschule». Suter, Lehmann und Deucher führten an, eine betroffene auswärtige Gemeinde habe «schon entschieden, dass eine allfällige Erhöhung von den Eltern übernommen werden müsse». Auch hätte es schon Fälle gegeben, wo Gemeinden die Übernahme der Schulgelder abgelehnt hätten.

Kreisschulrätin Regula Haag Wessling (CVP, Aarau) – Geschäftsführerin der «Stiftung für hochbegabte Kinder» – sagte, sie reagiere «sehr allergisch» auf solche «Erpressungen von Schulgemeinden», die damit drohen, die Mehrkosten nicht mehr zu bezahlen. «Im Aargau gibt es Fachstellen, die betroffenen Eltern notfalls helfen könnten, zu klagen, wenn sich die Gemeinde weigert.» Wie fast alle Ratsmitglieder stand sie hinter der Verrechnung der effektiven Kosten. Philippe Kühni (GLP, Aarau) zeigte sich «erstaunt, mit welcher Leichtfertigkeit man mehr als 150'000 Franken ausgeben will, um auswärtige Schüler querzusubventionieren». Nicole Burger (SVP, Aarau) befand, die Gemeinden könnten dankbar sein, habe man die höheren Beiträge nicht schon viel früher eingefordert. «Ich sehe nicht ein, warum wir Aarauer und Buchser Steuerzahler Sportschüler aus Baden subventionieren sollen.»

Antrag «daneben»

Anton Kleiber (FDP), als Buchser Gemeinderat von Amtes wegen auch Kreisschulrat, fand den Antrag seiner freisinnigen Kolleginnen «daneben»: «Es kann nicht sein, dass die Kreisschule Geld zum Fenster rauswirft.» Wenn man Auswärtige subventionieren wollen würde, bräuchte es einen Entscheid der Gemeinde-Exekutiven, sagte er. Die Aarauer SP-Stadträtin Franziska Graf pflichtete ihm bei. Sie begrüsse, dass die Kreisschulpflege nun zum ersten Mal alle Kosten transparent ausweise. Der Antrag wurde mit 2 Ja und 11 Nein abgelehnt. Der Mitunterzeichnerin Barbara Deucher war es offenbar gschmuuch geworden, sie enthielt sich der Stimme. Man muss nun übrigens nicht befürchten, die Sportschule gehe mangels Schülern ein: Schulpfleger Marco Salvini sagte, anhand der schon erfolgten Anmeldungen für das nächste Schuljahr zeichne sich kein Problem ab.

Sympathien gab es übrigens für einen Hinweis im Abänderungsantrag: Man möge doch prüfen, ob auch Schüler mit besonderer musischer Begabung und entsprechendem Übungszeit-Bedarf in der Spezial-Klasse geführt werden könnten, nicht nur Sportler. Schulpfleger Salvini gab zu verstehen, dass diese Idee auf der Pendenzenliste stehe, allerdings nicht gerade zuoberst.

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