Den Anfang machen die Juniorinnen und Junioren, die im Rahmen der 7. Ausgabe der Swiss Junior Trophy um Punkte für die Junioren-Weltrangliste kämpfen.

Beim Turnier der vierten Kategorie fehlen zwar die weltbesten Junioren, weil es nicht viele Ranglistenpunkte zu gewinnen gibt.

Dafür bekommen umso mehr nationale und regionale Spieler die seltene Chance, sich vor der eigenen Haustür mit der internationalen Konkurrenz zu messen.

Doch die regionalen Vertreter werden nicht bloss mitspielen. Einige haben sogar Chancen auf den Titel.

Etwa Luca Keist, der bis zu seinem Umzug nach Liestal BL vor zwei Jahren in Rothrist gewohnt hat – und auch heute noch für den Tennisclub Zofingen spielt. Keist ist bei den Junioren als Nummer 2 gesetzt. Nach seinem U18-Schweizermeistertitel Anfang Jahr hat der Linkshänder letztes Wochenende in Ägypten bei einem gleich dotierten ITF-Turnier wie die Swiss Junior Trophy den Final erreicht. Bei den Juniorinnen zählt überdies mit Tamara Arnold aus Kappel, die früher einige Jahre in Oberentfelden trainiert hat, eine regionale Spielerin zum Favoritenkreis.

In Rekordzeit organisiert

Im Anschluss an das Juniorenturnier wird erstmals ein mit 25 000 Dollar dotiertes Männer-Profiturnier stattfinden.

In den letzten zehn Jahren hat es im Aargau kein Tennisturnier mehr gegeben, bei dem Spieler Punkte für die ATP-Weltrangliste gewinnen konnten. Der Mann, der dieses Turnier in den Aargau geholt und in Rekordzeit auf die Beine gestellt hat, ist Freddy Blatter.

Im November erhielt der 66-Jährige Tennisschulleiter vom Schweizer Tennisverband die Zusage, dass er das Turnier, das zuletzt jeweils in Taverne im Tessin stattgefunden hatte, austragen darf.

«Ich hatte Swiss Tennis ein paar Wochen zuvor gesagt, das sich mir vorstellen könnte, das Turnier durchzuführen. Dass ich aber tatsächlich den Zuschlag erhalten habe, hat mich schon etwas überrascht», erzählt der Turnierdirektor lachend. «Aber ich konnte dann ja schlecht nein sagen.»

Enorme Leistungsdichte

So begann Freddy Blatter mit Hochdruck das Aargauer ATP-Turnier aufzugleisen. Obwohl er und seine Helfer ein eingespieltes Team sind, wäre die Austragung des Profiturniers im Anschluss an das Juniorenturnier ohne die Unterstützung von Swiss Tennis und des Kantons nicht möglich.

«Allein für das Profiturnier haben wir ein Budget von 65 000 Franken», erzählt Blatter. «Dieser Betrag war – obwohl wir uns auf viele treue Partner verlassen können – in drei Monaten schlicht nicht aufzutreiben.»

Und noch so ist es eine beachtliche Leistung, dass die Organisatoren für beide Turniere Sponsorengelder im Wert von 62 000 Franken generieren konnten.

All der Aufwand hat sich aber gelohnt: Wirft man einen Blick auf die Teilnehmerliste sticht die enorme Leistungsdichte der gemeldeten Spieler ins Auge.

Nicht weniger als 20 Spieler von Rang 202 bis 340 der ATP-Weltrangliste haben sich für das Tennis Pro-Open Aargau eingeschrieben. Beinahe 300 Spieler stehen zudem auf der Warteliste.

«Ich bin selbst etwas überrascht, dass die Dichte so enorm hoch ist. Ich vermute, dass das damit zusammenhängt, dass in dieser Woche keine vergleichbare Turniere in Europa stattfinden.»

Dennoch hofft Blatter, dass es am Ende die eine oder andere regionale Grösse in die Qualifikation schafft.