Suhr
Spittel in Suhr bleibt ohne Buslinie – zu viel Stau auf der Bernstrasse

Wegen des Staus kann der Spittel Suhr nicht mit einem Bus verbunden werden – er wäre ständig unpünktlich. Dieser Umstand macht es schwierig, Mieter für das Spittelareal zu finden.

Barbara Vogt
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Eine Bushaltestelle beim frisch sanierten Spittel (Mitte) würde mehrGewerbe anziehen. Durch die stark befahrene Bernstrasse käme es bei denBusbetrieben jedoch stets zu Verspätungen.pascal meier

Eine Bushaltestelle beim frisch sanierten Spittel (Mitte) würde mehrGewerbe anziehen. Durch die stark befahrene Bernstrasse käme es bei denBusbetrieben jedoch stets zu Verspätungen.pascal meier

Pascal Meier

Seit einigen Wochen erstrahlt der Spittel beim Kreisel Suhr Wald in neuem Glanz. Die Inhaberin, die Oel-Pool AG, sanierte das denkmalgeschützte Armenhaus aufwendig.

Gleichzeitig erstellte sie auf dem arrondierten Bauland ein neues Industriegelände, in dem eine Tankstelle mit Shop betrieben wird. An den Spittel baute die Oel-Pool AG ein Bürogebäude an, indem sich deren Hauptsitz sowie mehrere Geschäfte befinden.

Auch der Spittel soll vermietet werden. Weil sich das Gebäude in der Arbeitszone befinde, können die Räumlichkeiten nur für Gewerbezwecke genutzt werden. Eine Physiotherapeutin zeigte Interesse, daran, sprang jedoch wieder ab.

Übersicht über den Verkehrsknoten Suhr.

Übersicht über den Verkehrsknoten Suhr.

Aargauer Zeitung

Fredi Roth, Leiter des Immobilien-Bauwesens der Oel-Pool AG, würde das Haus gerne als Gesundheitshaus sehen. Oder die Räume an Unternehmer vermieten, die den Empfang der Oel-Pool AG mitbenutzen wollen.

Doch Mieter für die Räume zu finden, sei nicht einfach, sagt er. Das liege unter anderem daran, dass sich in unmittelbarer Nähe keine Bushaltestelle befindet. «Will jemand auf dem Spittelareal arbeiten, braucht er ein Auto.»

Bushaltestelle geplant

Der Oel-Pool AG, die mit ihrer Überbauung immerhin an die 300 Arbeitsplätze geschaffen hat, wurde während der Planungsphase eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr in Aussicht gestellt. Doch das Vorhaben verlief im Sande, zumindest vorläufig: Solange die Ostumfahrung Suhr nicht kommt und der Stau durchs Dorf immer grösser wird, ist für AAR bus+bahn eine Bushaltestelle beim Spittel kein Thema.

Denn der Bus müsste sich an der Bernstrasse in den Verkehrsstrom quetschen, um an den Bahnhof Suhr respektive Aarau zu gelangen. «Das würde den Fahrplan der Busse zu stark beeinträchtigen und es käme zu Verspätungen», sagt Erwin Rosenast, Mediensprecher von AAR bus+bahn. Dafür infrage käme eine neue Routenführung der Linien 1, 4 oder 6. Eine neue Bushaltestelle beim Spittel hiesse ausserdem eine Umstellung des gesamten Fahrplans.

Laut Rosenast stehen wegen der Busanbindung beim Spittel in nächster Zeit noch Diskussionen mit dem Planungsverband Region Aarau an. Gespräche sind momentan auch zwischen AAR bus+bahn und dem Regionalbus Lenzburg im Gang.

Zwar gehe es nicht um eine konkrete Busanbindung an den Spittel, sondern um eine allgemeine Vernetzung der beiden Transportunternehmen, sagt René Bossard, Geschäftsführer der Regionalbus Lenzburg. Die Verkehrsströme zwischen Lenzburg und Suhr-Buchs-Aarau veränderten sich zunehmends, auch bedingt durch die Gewerbetriebe beim Wynenfeld und den Coop-Neubau in Schafisheim.

Die Ostumfahrung muss erste Priorität haben

Dass der Suhrer Spittel wegen des ständigen Staus vor Suhr nicht mit einem Bus verbunden werden kann, war ausschlaggebend, dass die Suhrer Grossrätin Maja Riniker (FDP) eine Interpellation an den Regierungsrat verfasst hat. Sie führt das Problem als weiteres Argument an, weshalb die «Ostumfahrung Suhr» dringend ist und will vom Regierungsrat wissen, wann mit der Realisation gerechnet werden kann.

Die Ostumfahrung soll den Verkehr aus dem Wynental in Gränichen abzweigen und um Suhr herum erst ausserorts nach der Barriere Pfister auf die Bernstrasse Ost führen. Von dort geht es via Wynentalstrasse zum Autobahnzubringer T5 in Buchs. Zusammen mit Suhr ist auch Gränichen stark an der Ostumfahrung interessiert. Sie wird von der Hauptstrasse in Gränichen kurz vor der Brücke über die A1 abzweigen. «Die Umfahrung muss mit erster Priorität realisiert werden», findet Gemeindeammann Rolf Arber.

Gränichen hat bei der Bauausschreibung für den Kreuzkreisel in Suhr eine Einwendung beim Kanton gemacht, dass der Kreisel nicht gebaut werden kann, bevor die Ostumfahrung realisiert ist. Denn Gränichen fürchtet die Bauzeit: «Bei der geringsten Verkehrsstockung in Suhr stauen sich die Autos in den Hauptverkehrszeiten bis Mitte Gränichen oder darüber hinaus», so Arber.

Und: «Auch wenn der Kreisel in Suhr realisiert ist, wird die Verkehrssituation für Gränichen und das gesamte Wynental nicht besser.» Er hoffe sehr, dass die Gränicher Einwendung und die Interpellation Riniker beim kantonalen Baudepartement erst genommen würden. Der Suhrer Gemeindepräsident Beat Rüetschi sagt: «Es ist eigentlich alles klar und die Linienführung im Richtplan festgelegt. Der Regierungsrat kann nur anfangen zu planen.»

Übersicht über den Verkehrsknoten Suhr.

Übersicht über den Verkehrsknoten Suhr.

Aargauer Zeitung