AARAU
Spital lässt Kunst neu auferstehen

Eine neue Ausstellung am KSA zeigt Kunstwerke, die sonst nicht zu sehen sind. Manche lagen über sieben Jahre im Keller.

David Egger
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Sadhyo Niederberger vor dem Werk «Baum am See» von Hugo Suter.

Sadhyo Niederberger vor dem Werk «Baum am See» von Hugo Suter.

David Egger

2800 Kunstwerke besitzt das Kantonsspital Aarau (KSA). Die meisten dieser Objekte sind dauerhaft auf dem Spitalgelände ausgestellt, andere stehen am Arbeitsplatz der KSA-Kunstbeauftragten Sadhyo Niederberger, tief im Untergrund des Spitalgebäudes Nummer 3. Viele Werke hat Niederberger jetzt wieder an die Oberfläche geholt, für die neue Ausstellung «Aus dem Depot: die Kunstsammlung des KSA in neuem Licht», die am Mittwoch mit 150 Gästen und Autorenlesungen, unter anderem vom Aarauer Nachwuchsautor Pino Dietiker, offiziell eröffnet wurde.

Hunderte Gemälde, Skulpturen und Druckgrafiken wechseln jedes Jahr ihren Standort innerhalb des KSA-Geländes. Mitarbeiter bestimmen jeweils mit, welche Bilder an ihrem Arbeitsort aufgestellt werden. Wie verschieden die Geschmäcker der KSA-Angestellten sind, zeigt eine Fotoreihe: Der Aarauer Fotograf Donovan Wyrsch hat 24 Mitarbeiter des KSA mit ihrem Lieblingsbild porträtiert – von der Pflegefachfrau bis zum Professor. Kunst aus dem Depot gibt es nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören: Den Audioguide zur Ausstellung «Schmerzgrenzen» hat Autor Michel Mettler im Jahr 2012 auf Band gesprochen.

Sieben Jahre Depot sind genug

Im Eingangsbereich von Haus 1 hat Niederberger die bekanntesten Werke ausgestellt. Zum Beispiel «Werkstatt» von Werner Holenstein. Das Ölgemälde auf Leinwand aus dem Jahr 1963 schlummerte von allen Werken am längsten im Depot. Letztmals wurde es vor über sieben Jahren gezeigt. Niederbergers Lieblingsstücke der Ausstellung sind vier Werke vom berühmten Aargauer Künstler Hugo Suter, die Suters Witwe Marianne kürzlich dem KSA schenkte. Es ist nicht die einzige Schenkung, die im Depot liegt und über die Jahre an Wert zulegt.

Von Suter sind unter anderem der «daumendrehende Maler», «Nachdenkend» und ein Werk ohne Titel ausgestellt. Alle drei zeigen von Kreisen umrundete Menschen: «Sie repräsentieren durch die Fülle und die Leere den Kreislauf der Gedanken, die Inspiration des Künstlers durch das Sein in der stillen Natur», sagt Niederberger.

Insgesamt zeigt «Aus dem Depot» rund 50 Werke. Werden die Patienten dank der Kunst eigentlich schneller gesund? Niederberger möchte nicht so weit gehen, sagt aber: «Die Patienten schätzen es, dass hier die Räume lebendig gestaltet sind. Man fühlt sich so als kulturelles Wesen wertgeschätzt.»

Die Ausstellung dauert bis 30. August. Am 29. Mai findet um 18 Uhr ein geführter Rundgang statt, mit Sadhyo Niederberger und deren Vorgängerin Johanna Mader, die von 1991 bis 2007 als Kunstbeauftragte des KSA tätig war.

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